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Bretagne im Spätsommer

Der Urlaub kam immer näher. Noch bis vor kurz vor der Abreise waren wir unentschlossen wohin es gehen soll. Im Angebot waren die Bretagne, Schweden oder eine Reise ins Friaul. Es zog uns wieder nach Frankreich. Grobes Ziel Bretagne mit der Option der Weiterreise ans Mittelmeer.

Der Van war gepackt und der Trip sollte gleich nach dem letzten Arbeitstag beginnen. Etwas Stau rund um Hamburg ist nichts ungewöhnliches. So nicht am 07. September. Hamburg großräumig umfahren und dann bei Olpe wieder im Stau stehen, dazu hatten wir keine Lust. Schnell zu Edeka eine Pizza und eine Flasche Wein gekauft, den Abend in Ruhe ausklingen lassen, um dann in Samstag Früh zu starten.  Gegen 5.00 Uhr saßen wir im Nugget und fuhren in den langsam erwachenden Tag. Null Stau. Im Tecklenburger Land rasteten wir und frühstückten. Weiter ging es durch die Niederlande und Belgien ins französische Örtchen Haybes, dem erster Zwischenstopp. Am frühen Nachmittag stellten wir den Motor ab.

Scheinbar ein Eldorado für Angler. Der Belgier im Weißwand vor uns hatte ein halbes Dutzend Leinen ausgeworfen. Die Ausbeute war spärlich. Nach einem mühsamen Spaziergang, die Hunde hatte so gar keine Lust zu laufen, saßen wir noch vor dem Auto und stießen auf die Reise an.

Am nächsten Morgen brachen wir früh in Richtung Normandie auf. Veulettes-sur-Mer der nächste Stop auf den Weg in die Normandie. Der Stellplatz auf dem öffentlichen Parkplatz samt öffentlicher Toilette und kostenpflichtiger Entsorgung war nachmittags schon recht gut besucht. Neben unserem Blauen noch ein niederländischer roter Transit im weißen Einheitsmeer.

Das schöne Wetter lockte am Sonntag viele Tagesbesucher und die Fritteria sowie Cafés  waren entsprechend gut besucht. Zum Strand waren es keine 200 m. Was ich vergaß, der Strand besteht nur aus Steinen. Die Lage zwischen zwei weißen Felswänden gigantisch. Ein paar kleine Holzhütten am Meer und wenige Ferienhäuser, der komplette Ort. Gegen Abend kam der Parkplatzwärter und verlangte die Parkgebühr in Höhe von 7,00 €. Dennoch irgendwie ein Krisentatag. 

Bevor wir das nächste Ziel, das erste in der Bretagne, an steuerten, mussten wir Lebensmittel auffüllen und Tanken. Keine 6 Kilometer entfernt, lag das Einkaufsparadies. Lottis Auge hatte sich über Nacht entzündet. Also Medikamente kaufen. Die erste Apotheke im Lé Lerc konnte nicht so richtig helfen. Wir entschlossen uns in Dinard eine neue weitere anzufahren, bevor wir auf den Camping Muncipal für zwei Tage standen, um den Wasservorrat aufzufüllen, zu duschen und einfach zu schillen. Der Platz hat eine kleine Bucht, wo allerdings die Hunde erst nach dem 15. September an den Strand dürfen. Vier Tage zu früh. Mist.

Der Platz ist mit einem bunten Völkchen von Engländern, Niederländern, Deutschen und Franzosen gut gefüllt. Es riecht herrlich nach Meer, Kiefern und Gewürzen. Der blaue Himmel lässt Urlaubsfeeling aufkommen. Am zweiten Tag Frühstück unter blauem Himmel. Gegen Mittag ist das Meer verschwunden. Ebbe.  Dafür lacht die Sonne vom Himmel und das Meer ist so blau, dass es zum Standup-Paddeln einlädt. Also das Bord aufgepumpt und ab in die Badesachen. Upps. Die letzten sechs Wochen Diät lassen die Badeshorts ganz schön von den Hüften rutschen. Die Hunde sind auch mit am Strand und freuen sich schon darauf, auf das Bord zu dürfen. Als Norddeutscher ist man an Ebbe und Flut gewöhnt, aber welche Tiede hier herrscht Wahnsinn. Auf einmal ist der Strand auf doppelte Größe angewachsen und es tun sich kleine idyllische Buchten auf. So paddelten wir vier alleine oder alle Pluschkes auf einen SUP eine ganze Zeit. Es war einfach zu schön. Der Tag verging wie im Fluge und bei Sonnenuntergang aßen wir ein schönes Stück Fleisch, tranken Rotwein dazu und guckten in den Sternenhimmel . 

Nächster Tag fuhren wir weiter in Richtung Planeauf Val Andre.Immer die Küste entlang und gingen einen kleinen Weg mit den Hunden. Die Parkplatzsuche am Abend gestaltete sich ein wenig schwierig. Die schönsten Location waren schon belegt und so landeten wir auf einen klassischen Stellplatz etwas außerhalb des Ortskerns, dennoch nah genug zum Meer. In der Nacht regnete es leicht und morgens nur noch leichter Sprühregen.

Die nächste Challenge frei stehen und der Wanderempfehlung des Reiseführers folgen. Wieder das gleiche Bild. Alle guten Plätze für Wohnmobile verboten und auf den übrigen drängelten sich die Weißwände.  Letztendlich landeten wir für eine Nacht auf einen kleinen *** Campingplatz in Tourony. Trafen alte Bekannte wieder, genossen die Dusche beinahe unter freiem Himmel und verbrachten eine schöne Zeit. 

 

Wieder fuhren wir knappe 100 Kilometer durch kleine Dörfer, genossen die Landschaft und machten Halt, um in kleinen Läden Obst Baguette zu kaufen. Zufällig fanden wir einen Schlafplatz mitten in den Dünen bei Lampaul Ploudalmézeau. Am frühen Nachmittag standen wir mit zwei weiteren Wohnmobilen hier. Kitesurfer. Packten das SUP aus und trugen es zig Meter zum Strand. Die Nacht verbrachten wir alleine. Lediglich einen Düne weiter, versammelte sich eine kleine Gruppe von Franzosen zum gemeinsamen Lagerfeuer. Geweckt wurden wir durch das Meeresrauschen und eine grandiosen Sonnenaufgang. 

 

Die morgendliche Runde mit den Hunden, machte richtig Spaß. Die Kühle der Nacht ließ auf den Feldern Nebel stehen. Dünengras benetzt mit Spinnenweben. Der Rückweg über den Strand. Beim Frühstücken trafen die ersten Wassersportler ein. Scheinbar lieben die Bretonen das Standup-Paddeln. Erst wurde ausgiebig auf das Meer geschaut, ob es sich auch lohnt. Danach schlǘpfte man in den Neoprenanzug und warf sich in die Fluten. Jede kleine Welle wurde zum Übungsobjekt. 

Kurz bevor wir gegen Mittag den Parkplatz verließen, fuhr ein Gespann auf den gleichen. Eine junge Familie mit drei Kindern und einem uralten, tippi toppi  in Schuss gehaltenen Wohnwagen rollte auf den Parkplatz. Während die Kinder durch die Dünen rannten, koppelten die Eltern den Hänger ab. Danach kamen vier Surfboard zum Vorschein. Nach einer halben Stunden war die fünfköpfige Familie im Wasser und ritt die kleinen Wellen. Sehr geil.

Der Weg führte durch einigen kleine Dörfer. Eins davon Le Faou. Das fanden wir beide so schön, so entschlossen wir uns hier spontan eine Nacht zu stehen. Zumal der kostenpflichtige Stellplatz ideal lag. Ich blieb bei den Hunden trank ein Bierchen, während Susanne in den Ort ging. Dank Lotti kamen wir ins Gespräch mit einer älteren Amerikanerin aus Philadelphia, die nach dem zweiten Weltkrieg einen Franzosen heiratete. Eine sehr interessante Unterhaltung.

 

Nächster Stop Cap de la Chevre. Hier wanderten wir über den Küstenwanderweg zum Cap und zurück zum Auto. Sehr schöne dreistündige Wanderung. Anfangs noch mit mops freundlichem bedeckten Wetter und am frühen Nachmittag mit praller Sonne, blauem Himmel und türkisfarbene Wasser. Wir überlegten im mondänen Badeort Morgat die Nacht zu verbringen. 

 

Entschieden uns dann aber noch 20 Kilometer weiter zu fahren, um frei zu stehen. Ziel ein Parkplatz oberhalb eines schönen Strandes. Leider gesperrt für Wohnmobile und sehr voll. Nichts anderes war zu erwarten, es war Sonntag und super Wetter.  Da wir in den nächsten Tag Wäsche waschen mussten, entschieden wir uns für den örtlichen Campingplatz. Gegen 17.00 Uhr herrschte Rushhour. Der Platzwärter musste die Schrank öffnen, weil sich ansonsten die Wohnmobile auf der Straße gestaut hätten. Ein einfacher Platz mit freier Platzwahl. Unkompliziert und ruhig. Nicht weit vom Ort entfernt und in der Nähe des Strandes. Die freie Platzwahl überforderte uns ein wenig. Den Abend verbrachten wir vor dem Bus und taten nichts. Waren von der Wanderung noch platt. 

 

Am nächsten Tag fuhren wir in den Ort um einzukaufen und die nähere Gegend zu erkunden. Besuchten noch einmal den Strand und war nachmittags zurück auf dem Campingplatz. Sonne und blauer Himmel. Was will man mehr. Diesmal suchten wir uns einen anderen Stellplatz. Neben uns im weiteren Verlauf eine Gruppe junger Surfer mit Ihren VW Bussen und zelten. Gegen Abend schnappten die sich ihre Boards und gingen über den Platz in Richtung Meer. Mit Bier in der Hand folgten wir und siehe da, zum nachmittags besuchten Strand hätten wir nicht mit dem Auto fahren müssen. So guckten wir auf das Meer und in den Sonnenuntergang.

 

Langsam fanden wir Gefallen uns über Landstraßen zum nächsten Ziel fortzubewegen und sahen dabei soviel. Manchmal waren die Straßen ganz schön eng und einmal mussten wir tatsächlich den Rückwärtsgang einlegen.  Unser Tagesziel, hatten wir eigentlich eines, sollte irgendwo entlang der Strecke liegen. Wir hatten Bock auf Wildcamping. Also tingelten wir auf immer am Meer entlang. Bogen bei fast jedem Hinweis Plage ab. Fanden so den einen oder anderen coole Ort für eine Übernachtung in der Nebensaison. Stiegen aus und schauten auf wunderschöne Buchten. So fanden wir eine kleine norddeutsche Enklave von Surfern und Paddlern. Am Plage de Goulin guckten wir vier über eine Stunde den Surfern zu, tranken Kaffee und konnten uns nicht los reißen. 

 

Überlegten sogar mit unserem Bord die Wellen zu bezwingen. Ließen es aber. Suchten uns über park4night einen Schlafplatz für die Nacht. Mittlerweile bezog sich der Himmel und es windete etwas. Aber der Platz war genial, wenn auch etwas schief. Dafür mit einem traumhaften Blick auf das Meer. Leider hatten wir den Platz nicht für uns alleine. Eigentlich der Parkplatz der Paraglider, die sich hier scheinbar eine gute Thermik haben, um über dem Meer zu kreisen

 

Gegen Mittag verließen wir den Platz. Genossen das langsame Reisen. Der Wetterbericht sagte bedeckten Himmel voraus. Gut zum Wandern mit den Hunden. Hierzu hatte der Reiseführer eine gute Empfehlung. Unser Ziel Pointe du Raz.

Der wirklich erste touristische Ort auf der bisherigen Strecke. Gebührenpflichtiger Parkplatz, Cafes und ein kleines Museum. Dann den Küstenwanderweg entlang Richtung einer kleinen Kirche. Dauer ca. 3 Stunden. Der Mops streikte. Wir waren angesäuert. Nach 40 Minuten waren wir zurück am Auto. Während wir Pläne schmiedeten, kühlte sich der Mops und Bully ein wenig ab. Erste Idee wir fahren zur Kapelle mit dem Auto. War uns aber dann zu touristisch. So suchten wir in der Nähe ein Platz. Fanden auch einen am Ende einer Straße, mit herrlicher Aussicht auf das Meer. Leider aber ein wenig zu windig.  Nach 1,5 Wochen gelüstete Susanne nach einem Shopping Mall. In Quimper sollte es eine geben und es wurde ein Stellplatz in der Nähe gesucht. Camping Orangerie de Lanniron lag nur knapp 2 Kilometer entfernt. Wir checkten für zwei Tage ein und waren vom Platz sprachlos.  Standen mit einigen anderen Campern direkt im Vorgarten des kleinen Schlosses.

 

Alles liebevoll angelegt und mit einer unbeschreiblich vielfältigen Fauna. Uralte Maronenbäume, Äpfel- und Kirschbäume, Affenbrotbäume und Palmen.  Vor dem Schloß eine kleiner Gemüsegarten. Am nächsten Tag ließen wir die Hunde im Auto und gingen einkaufen. Die Mall war ganz nett, konnte mich aber nicht in den Bann ziehen. Die Rucksäcke ordentlich mit Essen gefüllt, ging es nach drei Stunden zurück zum Camper. Den Nachmittag verbrachten wir in der Orangerie mit Lesen und Nichtstun.

Zwei Tage in der Nähe einer Stadt reichten. Wir wollten wieder bei Meeresrauschen aufwachen oder das SUP wässern. Pointe de la Torche wurde mit Navi als Ziel mitgeteilt. Auf Nebenstraße erreichten wir den Ort. Checkten erst einmal die Lage und stellten uns dann zu den anderen Campern. Eine recht bunte Mischung. Dann ging es an den Strand, Wellen gucken. Ziemlich heftige Dünung. Blieb nur der Strandspaziergang.  Auf dem Rückweg wurde uns ein großen Algenhaufen zum Verhängnis. Schuhe und Hosen rochen wunderbar nach Meer. Oder sollte ich besser sagen, stanken. Also nichts mit einer Nacht in der Natur. So landeten wir in La Foret-Fouesnant. Eigentlich nur um Wäsche zu waschen. Der Campingplatz war niedlich. Wir hatten einen tollen Blick aufs Meer und es war nicht so viel los. 

 

Am nächsten Morgen regnete es. Es war Samstag. Wettervorhersage für das Wochenende beinahe 100% Regen. Im Landesinneren grauer Himmel und nur 50% Regenwahrscheinlichkeit.  Den Van gepackt und dann los.

Tatsächlich der Himmel wurde immer heller, umso näher unserm Ziel Saint-Aignan kamen. In diesem kleinen Dorf, gab es hinter der Kirche einen kostenfreien Stellplatz nebst öffentlicher Toilette. Zu Beginn lediglich zwei Camper und dann wurde es richtig voll. Ich übertreibe ein wenig. Insgesamt waren stand über Nacht 8 Wohnmobile hier. Obwohl es noch genügend freie Parkbuchten gab, stand direkt neben uns ein Franzosen. Die lieben Kuschelcamping halt – kann man nichts machen. Eigentlich wollten wir Essen gehen. Aber hatte leider das einzigste Restaurant eine geschlossene Gesellschaft. Nicht schlimm, wir hatte ja noch leckere Nahrungsmittel an Bord.

 

Die beiden Regentage der Reise hatten wir überstanden. Nun ging es wieder in Richtung Meer. Susannes Wunsch ein Abstecher nach Pont Aven zu machen – ich nenne das mal das Worpswede der Bretagne. Bekanntester Künstler dieser kleinen Gemeinde Gauguin. Dementsprechend gibt es hier zahlreiche Galerie und Touristen. 

 

 

Die Hunde bewachten das Auto und wir schlenderten durch den Ort. Lernten dabei zwei Gänse kennen, die unter der Obhut einiger Wirten standen. Autos fuhren langsam um die auf der Straße schlafende Gänse herum. Aufdringliche Touristen wurden vor dem unberechenbaren Ganter gewarnt, der ganz schön zickig werden kann. Diesmal standen beinahe frei. Bezahlt haben wir für die Nachts nichts.Die Zeit rann. Langsam mussten wir uns eine Rücktour überlegen. Der Atlantik rief. Ziel unserer heutigen Etappe Gavres. Bekannt für seine lange Küsten mit feinem Sandstrand. Auf den Weg dorthin besuchten wir noch den für seine fabelhaften Austern bekannten Ort Riec-sur-Bélon

Der Hafen liegt gut 5 Kilometer vom eigentlich Stadtkern entfernt. Außer einem Restaurant, dem Direktvertrieb von Austern und in Schlick liegenden Schiffen nichts besonders, aber mit einem ganz eigenen Charme. Das Fischrestaurant war echt gut besucht. Die Fischplatte sah riesig aus. Es war wieder einmal Mittagszeit. 

Die Gegend um Gavres erinnerte uns an Dänemark. Eine Stichstraße. Links und rechts Wasser. Sogar den Übungsplatz des Militär gab es. Somit kam Freistehen wieder nicht in Frage, denn die Parkplätze hierfür lagen allesamt in der gesperrten Zone. Blieb nur der offizielle Wohnmobilplatz übrig. Keine 200m zum Meer und sehr gut besucht. Altersdurchschnitt 60+. Für eine Nacht okay. Wie man hier mehrere Tage stehen kann – unvorstellbar. Das Wetter war gut. Das Meer nicht so anspruchsvoll. So schlüpften wir in unsere Neos und trugen das Brett an den Strand. Muss schon komisch ausgesehen haben. Egal. Hat Spaß gemacht. 

 

Den Platz vor einem Baum und einer Hecke hatten wir gut ausgesucht, so konnten wir uns gut entfalten. Abends wurde es schon empfindlich kalt. Schaffell auf die Stühle und in dicken Jacken eingehüllt, aßen wir Abendbrot und schauten den Sternen beim Aufgehen zu

Im Vorfeld der Tour checkte ich häufig das Wetter in Carnac. Da wollte ich unbedingt hin. Warum – I don’t know. Am nächsten Tag macht wir uns auf in Richtung Carnac. Immer am Meer entlang. Der Weg führte uns wieder einmal durch wunderschöne kleine Dörfer. Fanden auch die eine oder andere Möglichkeit in der Nebensaison  frei zu stehen. So landeten wir am Plage de Kerhillo. Sagenhafter Strand, Sonne, Aqua Walking und einen offiziellen Stellplatz, obwohl man hätte sich diese    12,00 € auch Sparen können. So konnten wir noch mal das Porta Potti leeren sowie den Wasservorrat auffüllen. Was ich aber nicht verstehe ist, man fährt ein Mobil das tausende von Euro kostet, dann aber an den Entsorgungskosten spart und einfach mal seine Toilette für 0 € entsorgt. Hätte auch nur 3 € gekostet. Diesen Geiz verstehe ich nicht. Nach einem wunderschönen Tag am Meer, dem Erkunden eines riesigen öffentlichen Campingplatz, dem Tauschen der Gasflasche und Nichtstun, besuchten wir die Halbinsel Queiberon.

 

Auf die 14 Kilometer lange Halbinsel führt nur eine einzige Straße. Die Anzahl der Campingmobile nahm zu. Erstes Ziel war die Wilde Küste (Coté sauvage). Echt imposant die Felsküste an einem Tag mit blauem Himmel, Sonne und tiefblauem Meer. Parkten und gingen ein wenig spazieren, bevor wir in den Ort fuhren. 

 

 

Ganz schön viel los und überall Verbote für Wohnmobile. Kann man echt gut nachvollziehen. Eigentlich wollten wir hier ein Nacht bleiben und der Essensempfehlung unseres Reiseführers folgen. Die zahlreichen Campingplätzen fanden wir irgendwie nicht so schön bzw. die Lage war echt ab vom Schuß. Nach drei Runden durch Queiberon beschlossen wir unser Glück auf dem “Festland” zu finden. Kurz vor der Halbinsel sah ich einige Kites am Himmel, davor ein Campingplatz der noch offen war. Außerhalb der Saison war die Rezeption ab 16.00 Uhr besetzt. Erreichte man davor den Platz stand der Code zum Öffnen der Schrank an der Pinnwand geschrieben, mit der Bitte bei Öffnung sich anzumelden. Der Platz lag direkt am Meer. Mindestens 1 Kilometer lang 500 m breit und nur wenige Gäste. Freie Platzwahl. Ab in die erste Reihe mit Blick aufs Meer. Tisch und Stühle raus, einfach mal wieder nichts tun. Herrlich.

In drei Tage ist der Urlaub zu Ende. Die Wettervorhersage für die Bretagne noch zu gut um Heim zu fahren. So beschließen wir noch einen Zwischenstopp am Meer einzulegen. Frei stehen wäre nicht schlecht. Die Beschreibung klang auch ganz gut. So fuhren wir mutig in die Sackgasse, wiechen tiefhängenden Bäume aus. Ließen eine Traktor vorbei und fanden aber den beschriebenen Platz nicht. So landeten wir auf einem Campingplatz in Arzon. Rezeption war noch geschlossen bei unserer Ankunft. So erkundeten wir erst einmal den Platz und tranken in der kleiner Bar ein Kir Beizh. Hatten wir noch auf unserer To-Do-Liste. Kurz nach vier parkten wir den Nugget auf der ausgesuchten Parzelle. Packen Stühle, Lampions und den Gasgrill aus, bevor wir mit den Hunden eine Wanderung machten. Wirklich niedlich kleiner Platz und das Bad inklusive Vogelgezwitscher ein Kleinod. Es sollte der letzte Abend in der Bretagne werden.

 

Der nächste Halt liegt schon in der Normandie. Gleich zwei schönsten Dörfer hatten wir zur Auswahl. Eins lag eigentlich gar nicht auf unserer Strecke, etwas ab vom Schuß. Das andere dichter an der Strecke. Abends noch das Navi programmiert und dann noch ein zwei Gläser Rotwein unter dem Sternenzelt getrunken. Nach dem Dogwalk und wahrscheinlich dem letzten Outdoor-Frühstück für 2018 starteten wir den VAN. Diesmal führte uns der Weg über die Autobahn. Zwei Stunden “Zeitgewinn” sind schon eine Bank. So fuhren wir Kilometer um Kilometer. Kurz vor dem Ziel wunderte sich Susanne, warum das Meer auf der falschen Seite sein. Die Erklärung abends hatte ich das falsche Ziel eingegeben. Nun war es zu spät das zu korrigieren, denn wir waren 20 Kilometer vor Barfleur. Mit anderen Campern bevölkerten wir den Stellplatz. Gingen durch die Straßen spazieren und hatten im Hafen wieder mal kein Wasser. Wir wollten noch unbedingt Moule und Frites essen. Zurück im Nugget googelten wir welches Restaurant diese Spezialität im Angebot hatte. Dann machten wir uns auf den Weg. Nach ein paar Runden durch Barfleur, alle Gebäude sind aus Granit gebaut und daher gehört das 500 Einwohner Städtchen zu den schönsten Frankreichs, öffneten auch die Lokale. Gelandet sind wir bei Chez Buck. Es war die richtige Wahl. Als wir eintraten saß die Mutter von Buck noch in der Gaststube. Ein wirklicher Familienbetrieb. Geschmeckt hat es dazu. Gesättigt gingen wir zurück zum Auto. Nur noch ein Zwischenstopp und wir sind zurück. Durch das Malheur, war die zu fahrenden Strecke ein wenig weiter als geplant. So beschlossen wir sehr früh zu starten und dann unterwegs zu frühstücken.

 

Alles schlief noch, als wir gegen 6.30 Uhr Aufstehen, mit den Hunden ein kurzer Rundgang. Ne schnellen Kaffee gekocht und dann das Wohnmobil startklar gemacht. Noch bevor die Sonne richtig aufgegangen ist, verlassen wir den Stellplatz in Richtung Belgien. Susanne und die Hunde schlafen noch auf der Rücksitzbank, während ich Kilometer um Kilometer nordwärts fahre. Um 10.00 Uhr haben wir schon einen ordentlichen Teil der Strecke hinter uns gebracht und frühstücken auf einem Rastplatz. Noch drei Stunden liegen vor uns. Kurz vor Hoeselt wehen wir uns bei den Schildbürgern. Auf eine Umleitung mündet in der nächsten. So tasten wir uns durch belgische Dörfer und erreichen gegen 15.00 Uhr das Weingut. Stehen schon ein paar belgische Wohnmobilisten auf der Obstwiese. Wir verkriechen uns ins hintere Eckchen kurz vor die Kuhwiese. Schon kommt der Hausherr, der uns ein wenig an Gerad Depardieu erinnert. Erklärt uns den Platz und fragt, ob wir am Abend auch etwas Essen möchten. Das hatten wir uns vorgenommen. Den Nachmittag verbrachten wir mit einem Spaziergang durch die Felder und dem Genuß eines hauseigenen Weines in der Sonne. Am Abend wurden wir zu einer lustigen Gruppen von Belgiern gesetzt, die das gleiche Menü bestellt hatten. Es wurde ein lustiger Abend bei Pilzrahmsuppe, Steak aus eigener Schaltung mit Blumenkohl, handgeschabten Pommes,  Sauce Bernaise und Majo. Dazu Wein und Bier. Am nächsten Morgen war es im Auto bitter kalt. Die Nachttemperatur fiel unter 10 Grad, auf dem Rasen erster Raureif. Die Standheizung angemacht, aber es tat sich nichts. Also den Schamottstein auf den Gasgrill aufgewärmt, damit wir während des Frühstückes wenigsten die Füße wärmen können. Gegen Mittag packten wir die Sache und machten uns auf den Heimweg.

 

Fazit

Ich habe mich beim ersten Besuch in diesen Landstrich verliebt. Sagenhafte Strände, gute Infrastruktur, viel Sonne, Möglichkeiten zum Wassersport und nicht so viele Leute. Der Stolz der Betronen auf ihr kleines Land finde ich gut. Diese Begeisterung sollte bei einem zweiten Besuch noch ein mal auf die Probe gestellt werden, denn wir hatten beinahe 3 Wochen sonniges Wetter. Bei grauem Himmel könnte das schon anders aussehen. Zum Schluss noch ein Musiktipp.

https://open.spotify.com/album/6lcOB1RwMgbUqYRnz0JPjG?si=wpwigahtRPWEQ-A66PLJdw