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Sardinien – Le Reni September 2015

Tag 1 – Anreise und Überfahrt

Der Countdown für Sardinien war mittlerweile einstellig und kündigte die letzte Woche an. Urlaubsstimmung weit gefehlt. Susanne beschloß das Projekt Camping-Car noch vor dem Urlaub umzusetzen. Also wurden etliche Fahrzeuganzeigen verglichen. Viel diskutiert, ob ein klassisches weißes Wohnmobil inklusive Toilette zu uns passt oder doch eher ein Camping-Van ähnlich dem T5 California. Gefunden hatten wir einen Ford Nugget in Langenselbold inkusive 4 Dachgepäckträger und gemachter 2.2 Liter 140 PS Motor mit einer dem Alter entsprechenden Laufleistung. Geworden ist er es nicht. Unser Jacques, ein hellblauer fünfjähriger Ford Nugget, steht in Augsburg und wartet auf uns, dass wir ihn auf der Rücktour in den Norden überführen. Vorher haben wir es leider nicht geschaff. Also sind wir ab dem 21.09.2015 auch Wohnmobilista. Am Tag der Abreise verkauften wir spontan den Roller in der Nachbarschaft. Bei strömenden Regen fuhr unsere rote Vespa von dannen. Sie ist in gute Hände gekommen. Aber zwei Autos, diverse Fahrräder und ein Motorroller ist für ein Zwei-Familien-Haushalt etwas viel. Wir sind ja nicht die Geissens. Gegen 14.30 Uhr fuhr Susanne los, um noch die restlichen Utensilien für die Reise einzukaufen. Ich ging in einer Regenpause mit den Hunde eine kleine Runde, packte meine Tasche und wollte mich einfach für die Fahrt etwas ausruhen. Das gelang mir erst, als Susanne fünf Stunden später mit Allerlei Taschen wieder daheim war. Somit war auch klar, das wir nicht wie von mir geplant gegen Mitternacht die Reise antreten würde. Susanne hatte einen anderen Zeitplan. War im nachhinnein eine sehr gute Entscheidung. Die Fahrt verlief absolut problemlos. Nur der Regen hinter Hannover und in der Schweiz war nicht so angenehm. Keine Staus und beinahe null LKWs. Zwei Stunden vor Auslaufen der Fähre erreichten wie Livorno. Zahlreiche Autos, Camping-Cars stellten sich ordentlich in den einzelnen Fahrspuren auf. Wir drückten die Daumen, dass wir nicht wie vor drei Jahren auf die letzte Ebenen verfrachtet werden und bei extremer Hitze warten müssten bis sich die oberen Decks leerten. Hatten Glück und wurden auf dem Zwichendeck einquartiert. Der Hafen von Livorno hat sich kaum verändert. Mittlerweile ist in dem alten Gebäude eine Empfangshalle inkusive Toilette und eine kleine Bar untergebracht. Processco sowie Wein wird da eher weniger nachgefragt. Kaffee und Bier sind die Topseller. Die Italiener waren wieder einmal begeistert von Ferdinand und wollte den Mops betäscheln. Lena sorgte mit ihrem Gehwagen für gemischte Gefühle. Einige fanden unsere Engagement gut, andere guckten mitleidig weg. Vor drei Jahren waren zwar schon viele Hunde an Bord der Fähre, aber diesmal war beinahe jeder zweite Passagier ein Hund. Das am heimische Herd zubereitete Abendbrot aßen wir im Stehen bei sommerlichen Temperaturen und mit dem Duft von Holzspäne geschwängert noch bevor wir an Bord gingen. Glücklicher Weise hatte ich die Übernachtungstasche bereits in den Fond verfrachtet, denn nach dem Einparken bestand null Chance an den Kofferraum zu gelangen. Die Kabine war schnell gefunden und nach einem halben Bier und Wein, fielen wir müde ins Bett und schliefen schnell ein. Eine halbe Stunde führer, als geplant erreichten wir Sardinien am darauffolgenden Tag. Schnell verließen wir im typisch italienischen Chaos die Fähre. Herrliche 21 Grad zeigte das Termometer bereits kurz vor sieben Uhr. Zwei Stunden Fahrt lagen vor uns. Dann waren wir endlich wieder in Le Reni. Es hat sich nichts verändert und es war so, als käme man Heim. Schnell die Taschen ausgepackt und den Hunden ein leckeres Frühstück zubereitet und uns selbst ein veganes Müsli. Dazu leckeren Kaffee und Grüntee. Danach hüpfte ich in die Hängematte und schlief durch den Wind in den Schlaf geschaukelt, gute drei Stunden. Das Wetter vor Ort, um die Mittagszeit ein leichter Wind, blauer Himmel und Temperaturen herrlich warm.

 

Tag 2 Fahrt ans Meer

Den ersten Tag wollte ich urspünglich mit einem leckeren Bierchen und einer Pfeiffe auf der riesigen Terrasse zusammen mit Lena verbringen. Irgendwie hat Lena mit dunklen Räumen immer ein Problem. Im Sommer kann es auf Sardinien richtig warm werden und demenstprechend sind die Fenster auch sehr klein und die Räume etwas dunkel. Dafür aber schön kühl. Also beschloss unser Bulldogge den Tag und Abend auf ihrem Kissen outdoor zu verbringen. Susanna wollte eigentlich kochen. Vegane Pizza sollte es zum Abendbrot geben. Ich bot an, am Tisch draußen das Gemüse zu schnippeln, nachdem ich das Essen für die Hunde zubereitet hatte. Da beide sich so was von super und pflegeleicht auf der ganzen Fahrt verhalten hatten, sollte beide ein leckeres Menü bekommen. Für die Hunde gab es Fisch mit gegrilltem Gemüse. Irgendwie kam Susanne nicht so richtig von der Stelle. Kurzerhand stand ich dann in der Küche, während die Hausdame den Hunden auf der Terrasse Gesellschaft leistete.  Zuerst macht ich mich an den Pizzateig, bestehend aus Mandeln, Zucchini und Hefeflocken (ersetzt durch Bierhefe). Eigentlich sollte der Teig jetzt 80 Minunten im Ofen schön kross backen. Viel zu viel Zeit. Also Gasbackofen auf hächste Temperatur und warten was passiert. So langsam verfärbte sich der Teig und wurde immer schwärzer. Nicht verbrannt. Von unten schon mal ein voller Erfolg, aber von oben sowas von blass. Blech jetzt mal auf die oberste Schiene und sehen was passiert. Zwischenzeitlich das klein geschnitte Gemüse in der Pfanne leicht andünsten. Tomatenmark mit Oregano und Wasser mischen. Für den Käse weißes Mandelmus mit Salz und Mineralwasser mischen. Alles schön auf dem Pizzaboden verteilen und für 10 bis 20 Minuten backen. Dazu einen leckeren Rotwein und auf die blitzernden Lichter der Stadt und an den gegenüberliegenden Hängen gucken. Herrlich. Susanne beschloss zeitig ins Bett zu gehen, während ich einfach einen Versuch wagte, ob ich abseits des alten Internetplatzes Empfang bekomme. Tatsächlich die Lampen blinkten und ich kam ins Internet. Geschwindigkeit ist was anderes. Nachdem ich mein Glas Wein aus getrunken hatte, folgte ich den Mädels ins Bett. Es sollte eine komische Nach werden. Lena schlief total entspannt und Ferdi entschloß sich auf den kühlen Fliessen zu schlafen. Der viele Wein und das Wasser drückte nächtens auf die Blase und so schlich ich mich auf die Toilette. Ferdi hatte sich mittlerweile ins “Ankleidezimmer” verdrückt. Den Mops hätte ich da schlafen lassen sollen. Es war keine gute Idee ihn mit in den Bedroom zunehmen. Aufgewärmt vom Tag und noch voller Eindrück kam der Mops einfach nicht zur Ruhe. Also wanderte ich mit ihn ins Wohnzimmer, wo ich dann auch die restliche Nacht verbracht. Um 9.30 Uhr war der Mops sowas von ausgeschlafen, dass an ein Schlummern nicht mehr zu denken war. So öffneten wir die Türen und Fenster. Blauer Himmel begrüßte uns. Gefrühstückt haben wir draußen. Es sollte warm werden. Ein leichter, warmer Wind, der abends ziemlich heftig wurde, machten die 28 Grad ganz angenehm. Um die Mittagszeit fuhren wir ans Meer. Wir besuchten die alten Badestellen. Eine große Ansammlung von heimischen und ausländischen Fahrzeugen ließ uns umdrehen. Wir wollte an einen einsamen Strand. Es wurden noch einige Locations angefahren bis wir endlich eine Stelle fanden, die uns gefiel. Zwar nicht so richtig ohne Menschen, aber einsam genug. Es zog Lena und Ferdi sofort ans und ins Wasser. Vom Strand geht es gleich knietief ins Wasser. Schnell die Badehose an und den Mops auf den Arm und ab ins Meer. Abwechselnd mit beiden Hunden gebadet. Nach 45 Minuten sind wir zurück zum Ferienhaus, wo wir lesend, schlafend und Yoga machend den Nachmnittag verbrachten. Ferdi Lieblingsbeschäftigung in den ersten zwei Tagen die Katzen jagen, uns hinterherlaufen und die spärlich vorbei fahrenden Autos verbellen. Der Mittagsnack bestand aus einem leckeren Sandwich bestehend aus heimischen Brot, Salat, Advocado, Räuchertofu und Artischocken. Dazu einen Grünen Tee.

 

Tag 3 – Stintino

Bei unserem letzten Urlaub auf Sardinien, hatten wir Lena gerade ein paar Wochen bei uns und so verbrachten wir viel Zeit mit ihr und machten kaum Ausflüge. Ohne Hunde hatten wir schon die ganze Insel grob angesehen. Für diesen Urlaub nahmen wir uns vor, entspannt am Haus abzuhängen aber auch einige kleinere Ausflüge zu machen. Die erste Überlandfahrt sollte nach Stintino gehen. Ein wunderbarer kleiner Ort mit herrlichem kristallgrünen Wasser und weißen, karibisch anmutenden Sandstränden. So hatten wir das kleine Örtchen in Erinnerung, als wir es in der Vorsaison vor vier Jahren besuchten. 2015 waren allen Parkbuchten kostenpflichtig und besetzt. Strandclubs verwehrten den freien Zugang zum Meer. Wir sahen Sonnenanbeter die auf Bella Figura machten. Nichts für uns. Wir hatten Hunger. So suchten wir einen Supermarkt, um Brot zu kaufen. Tomaten wollten wir bei einem der zahlreichen Straßenhändler kaufen. In Stetino fanden wir nach langem Suchen eine Supermarkt in der Zone Commerciale. Von der Zone Commerciale hatte ich eine total falsche Vorstellung. Außerhalb der Stadt liegend mit funktionallen Bauten vermutend und nicht in Mitten von Wohnhäuser liegend. Aber auch in der Nachsaison haben die Läden hier bis mindestens 16.00 Uhr geschlossen. Die Uhr zeigte gerade mal 15.00 Uhr. In einem so touristischen Ort, gingen wir eigentlich davon aus, dass die obligatorische Pause über die warme Mittagszeit, ausgesetzt wäre. Weit gefehlt. Die Suche ging weiter. Nächste Versuch in einem aus dem Boden gestampften hübschen Feriendorf. Auch hier die gleiche Situation. Geschlossene Geschäfte. So wurde aus der romantischen Mittagspause an einer kleinen Bucht nichts. Wir fuhren weiter in Richtung Porto Torres. Endlich fanden wir einen Supermarkt und kauften schnell ein. Susanne wollte unbedingt noch Soya-Joghurt für das Frühstück kaufen. In sardischen Supermärkten in der näheren Umgebung nicht erhätlich. Soyamilch findet man schon mal. Zutaten für eine vegane Ernährung in den normalen Supermärkten aber weniger. Fündig wurden wir im Einkaufszentrum Auchan in Sassari. Im riesigen Supermarkt ein winzigstes biologisches Kühlregal. Der Vorrat an Soyajoghurt wurde geplündert, dazu etwas Tofu und Magrine. Ein Sekt und zwei Ichnusa-Biere rundeten den Einkauf ab. Auf dem Rückweg noch schnell unseren nicht getrennten Hausmüll ordnungsgemäß an einer Wertstoffsammelstelle entsorgt und nicht wie schneibar üblich einfach am Wegesrand abgelegt.. Erschöpt von unserem erfolglosen Ausflug verbrachten wir den Abend auf der heimischen Terrasse und schauten zu, wie die Sonne langsam im Meer versank. Eigentlich hätten wir den Ausflug schon zu Beginn abbrechen sollen, als wir dem hechlenden Mops einen Gefallen machten und an den Strand fuhren. Dabei feststellen, dass die Halsbänder für beide Hunde in Le Reni geblieben waren. So fuhren wir eine halbe Stunde zurück und holten die Geschirre. Einst rief der Ausflug aber uns wieder Erinnerung. Die Strecken die man auf Sardinen fährt sind zwar nicht weit aber sehr zeitintensiv. Autobahnen im Landesinneren sind eine Seltenheit. Seit unserem letzten Besuch haben die Straße auch derart gelitten, dass hier beinahe belgische Verhältnisse herschen.

 

Tag 4 – Auf der Suche nach einer einsamen Bucht

In den Sommermonaten hält man es als Nordeuropäer auf Sardinien über die Mittagszeit nur schwerlich aus. Temperaturen von um die 40 Grad lassen einen ins Haus flüchten. Selbst am Strand in unmittelbarer Meer Nähe ist eine solche Hitze kaum zu ertragen. Unsern ersten Trip nach Sardinien machten wir vor etlichen Jahren im Frühjahr. Baden konnte man nicht und an einigen Tagen wehte ein heftiger, eisiger Wind. In der übrigen Zeit hatten wir jedoch schon T-Shirt-Wetter, während die Einheimischen noch in dicken Pullovern und Jacken umherliefen. Das nächste Mal besuchten wir die Insel im Spätsommer. Während die norddeutschen Temperaturen langsam sanken, verlängerten wir bei Temperaturen kurz unterhalb der 30 Grad den Sommer um 14 Tage. Abends bei einem Weinchen im Kerzenlicht in kurzer Hose und T-Shirt den Tag Revue passieren zu lassen oder einfach den Sonnenuntergang beobachten – Erholung pur. Die Strände sind zu dieser Zeit nur wenig besucht und die Hunde können mit ans Meer – was fast überall während der Hauptsaison verboten ist. Diesmal ist es aber irgendwie anders. Selbst hier im Norden sind noch nicht längst alle kostenpflichtige Liegen abgebaut, Parkplätze mit Gebühren versehen und die Ressorts an den schönsten Strandabschnitten noch bewacht. An unserer Hausbucht keine 10 Minuten Fahrt entfernt findet man noch ein einsames Plätzchen, obwohl zahlreiche Autos und Camper sich eine Parklücke gesucht hatten. Immer an den selben Strand – langweilig. Also machten wir uns auf die Suche. Valledoria mit der schönen – jetzt zurückgebauten Strandpormenade – ließen wir gleich mal links liegen. Auch die Baya delle Mimose durch Schranken der dort befindlichen Ferienanlage für uns gesperrt.  Am vorgelagerten Strandabschnitt keine Parkplatz zu finden. Badesi-Mare nicht übervoll, aber zu viele Menschen für uns. Weiter fuhren wir auf der sepertinenartigen Straße Richtung Santa Terresa Gallura. Ein Schild schickte uns über enge kurvige Straßen an einen malerischen Strand mit einer Holzhütte als Strandbar. Kein wirklicher Geheimtipp, wie die angelegten Parkplätze bewiesen. Auch zu voll. So blieb uns nichts anders übrig, als heimwärts an unsere heimischen Strand zu fahren. Ein beliebter Platz für Brandungsangler. Wir wurden sogar Zeuge, von einem Fang zur linken Seite. Rechts waren den Anglern nicht das Glück hold. Kamen aufgrund Lenas Rolli ins Gespräch. Der ältere braungebrannte Mann macht seit 21 Jahren auf Sardinien Ferien und genießt seit Mai sein Rentnerleben auf der Insel. Genauso wie wir, liebt er die “Freiheit” des Nordens. Er hoffte auf etwas Regen am morgigen Tag. Seit fünf Monaten hat es auf Sardinien nicht mehr ausgiebig geregnet. Lediglich Wolkenbrüche, die die verdorrte Erde gar nicht aufnehmen konnte, hat es einige wenige Male gegeben. Und wirklich in der Nach hörten wir den Regen leicht tröpfeln.

 

Tag 5 – Einfach mal abhängen

Morgens zeigte sich der Himmel noch bewölkt und die Luft war vom nächtlichen Regen schön kühl. Im Tagesverlauf riß der Himmel aber auf und die Sonne strahlte. Temperatur tagsüber angenehmen 27 Grad . Ideal um faul in der Hängemappe zu liegen. Schafen und einfach lesen. Die Hunde genossen es auch einmal nicht im Auto fahren zu müssen und wechselten auf der Terrasse von Sonne in den Schatten und umgekehrt. Gegen Abend kam dann noch etwas Wind auf und verschaffte Abkühlung. Die einzigste Aufgabe neben einem leckeren kühlen Macha-Shake am frühen Nachmittag, war das Gießen der Blumen. Allmälich versinkt ganz langsam die Sonne am Meer. Fehlt eigentlich noch ein kühles Ichnusa und wieder ein perfekter Urlaubstag neigt sich dem Ende. Obwohl wir nun einige Kilometer vom kleinen Örtchen Viddalba entfernt sind, ist diese Ruhe so was von himmlisch. Hin und wieder fährt turnusgemäß der Sardabus am Haus vorbei, das gewohnte Knattern der Vespa um 17.00 Uhr fehlt leider, ansonsten hört man lediglich das Rascheln des Laubes, das Miauen der Katzen, quicken der hinter dem Hause lebenden Schweine (Familie Wilbaforth) und das Gackern der Hühner. Le Reni der ideale Ort um die Hektik des Alltags zu vergessen.

 

Tag 6 – Same procedure wie jeden Tag

Gegen 8.00 Uhr schien die Sonne durch das offene Schlafzimmerfenster und weckte uns vier. Nachdem wir gestern zum allerersten Mal den Grill mit der restlichen Kohle eines Vormieters anheizten, um das mit selbstgemachten Knoblauchöl bestrichene Brot, die Rotebeetescheiben und die Pilze für das veganen Sandwich zu grillen, tranken wir die eine und andere Flasche Wein in der lauen Sommernacht. Heute morgen spürte man schon die kommende Wärme des Tages. Mit beiden Hunden spazierten wir unterhalb des Klosters in der Morgenkühle. Im Mülltrennen sind die Sarden ganz groß, vergleichbar mit deutscher Gründlichkeit. Um so unverständlicher, dass am Straßenrand überall Müll achtlos weggeschmissen wird und selbst der kleine Feldweg zur Müllkippe verkommt. Das passt irgendwie nicht. Jetzt um kurz nach halb Zwölf weht ein laues Lüftchen über den Partio. Beide Hunde dösen im Schatten. Vom Kloster weht ein Stimmengewirr empor. Heute wird dort standesgemäß mit der ganzen Verwandschaft geheiratet. Lautes Hupen kündigte erst den Bräutigram im offenen alte Alfa an, danach die Autokaravane der Braut.  Wir haben einen Logenplatz und betrachten das Treiben auf dem Kirchhof mit Neugier. Ansonsten ein ganz normaler Ferientag auf Le Reni. Gleich werde ich es Lena und Ferdi gleichtun und mich behände in die Hängemappe schwingen, noch etwas im Kindle lesen und hoffentlich ein langes Mittagsschläfchen halten. Am frühen Abend werden wir noch ans Meer fahren und in den Sonnenuntergang baden. Vielleicht haben wir in der nächsten Woche mehr Glück einen menschenleeren Strand zu finden, denn die dreimonatigen Sommerferien in Italien enden überwiegend am Sonntag. Dann dürfte hier im Nordwesten die Saison gelaufen sein. Die Prognose für die nächste Woche, Sonne Sonne Sonne und Temperaturen bis knapp über 30 Grad. Der Einkaufszettel ist schon geschrieben. Heute gibt es italienische Zucchiniröllchen in Tomatensauce und als Beilage marinierter gegrillter Tofu. Eigentlich hatte ich heute Küchendienst. Gegen 16.00 Uhr bin ich zum Einkaufen in den Landmarket gefahren. Muss man sich wie einen alten deutschen Aldi Markt vorstellen. Nicht schön aber zweckmäßig. Scheinbar kaufen die Badesianer hier gerne ein. Das Thermometer zeigte stolze 33 Grad an. Die abendliche Fahrt an den Strand haben wir wegen der Wärme mal gecanceld. Im Auto war es für die Hunde einfach zu war. Mit einer solchen Hitze hätte wir nicht gerechnet. Noch jetzt (20:09) kann man ohne Jacke in kurzer Hose und Hemd ohne Probleme draußen sitzen. Wird Zeit, dass ich die Beleuchtung mal anstelle. Langsam wird es schon ganz schön dunkel. Die Hunde habe zum Glück ihren aufblasbaren Swimmingpool dabei, in dem beide sich heute häufiger abkühlen konnten. Beim Matcha-Shake fiel Susanne eine Episode aus dem Film Swimmingpool ein, in dem die Protagonisten auch aufgrund der Wärme einfach zum Nichtstun verdammt waren. So auch heute auf Sardinien. Ein kompletter Tag der Hitze geschuldet mit leichten Kopfschmerzen. Beschweren sollten wir uns aber nicht. Es war ein toller entspannter Tag – wieder einmal.

 

Tag 7 – Lomza-Day

Sonntag. Der mit Abstand wärmste Tag in dieser Woche. Schon beim Aufstehen und bei der Gassirunde auf dem eigenen Land konnte man erahnen, dass die 33 Grad heute geknackt werden. Gegen 9.30 Uhr fuhren wir an die Mimosen Bucht. Der Weg an den Strand führte durch Dünen und war etwas beschwerrlich. Der lose Sand war für die Hunde und gerade Rolli-Lena eine Herausforderung. Nach 10 Minuten hatten wir einen grandiosen Blick auf ein  blaues Meer und einen menschenleeren Strand. I like. Der Mops lief sogleich ins Wasser verschaffte sich eine Abkühlung. Anfangs war das Wassser noch ein wenig kalt. Mit zunehmender Dauer eine tolles Vergnügen. Die Strömung war teilweise so stark, dass man das Gefühl hatte auf der Stelle zu schwimmen. Nach dem einstündigen Badespaß, machten fuhren wir heimwärts zum Frühstücken. Immer mehr Autos kamen uns entgegen. Es war mittlerweile so warm geworden, dass die kurzen Hosen gegen Schwimmsachen getauscht wurden. Den weniger ist mehr. Den Nachmittag verbrachten wir lesend und schlafend auf dem Partio. Um die Mittagszeit hatte man das Gefühl, daß das Leben in Viddalba und Badesi zum Erliegen gekommen ist. Kein Auto, Jogger oder sich den Berg hochquälenden Radler fuhren am Haus vorbei. Die Wärme lastete auf uns wie Blei. Auch jetzt noch um 19:30 Uhr zeigt das Thermometer 30 Grad an. Bereits kurz nach 16.00 Uhr, musste zur Abkühlung ein kaltes, polnisches Bierchen herrhalten. Jetzt werde ich mal in die Küche verschwinden, nachdem ich mich gestern schon gedrückt habe.

 

Tag 8 – Budoni Strand Posada

Auf Le Reni startete der Tag bereits kurz nach acht Uhr morgens. Obwohl die Fenster die ganze Nacht aufwaren, Abkühlung brachte das nicht. Die Nacht war einfach zu warm für einen friedvollen Schlaf. Der morgendlich Gang zur Haustür zur Prüfung der Wetterlage. Tatsächlich zum ersten Mal hatte sich die Sonne hinter Wolken versteckt. Temperatur für Shorts und T-Shirt geeignet. Zuerst alle anwesende Tiere versorgt und dann ein tolles Frühstück. Langsam luckte die Sonne auch schon durch die Wolken durch und wärmte die Luft. Bei kühlerem Wetter wollten wir in Richtung Budoni fahren. Obwohl um die Nachmittagszeit von den morgendlichen Wolken nichts mehr zu sehen war, entschieden wir den Ausflug dennoch zu starten. 110 Kilometer lagen vor uns. In Nordeuropa eine Sache von etwas mehr als einer Stunde – natürlich ohne Staus. Hier im Nordwesten von Sardinien knapp 2 Stunden Fahrt. Erst einmal über die Berge in Richtung Olbia und dann noch 30 Minuten auf einerr autobahnähnlichen Schnellstraße nach Budoni. Kurz vor dem Ziel musste eine Pinkelpause für den Fahrer eingelegt werden. Ein Schwall heißer Luft schlug mir entgegen. 35 Grad zeigte das Thermometer. Im Auto kühlte die Klimaanlage die Temperatur angenehm herunter. So fuhren wir durch Budoni. Den ersten im Reiseführer erwähnte Strand mit einige vorgelagerten Pinien fanden wir. Der Parkplatz war für eine Nachsaison noch gut gefüllt und die Strandbar offen. Nichts für uns und so machten wir uns auf zum “Geheimtipp”. Einen freien Strand in Richtung Posada. Tatsächlich fanden wir auch die Abfahrt und das obwohl die Wegweiser so aufgestellt waren, dass man von unser Seite kommend, sie nicht einsehen konnten. Vorbei an einer Süßwasserlagune fuhren wir erst auf einer kleinen Teerstraße und dann auf unbefestigten, sandigen Piste. Unter den Pinien standen wirklich wenige Autos, darunter zahlreiche Camper. Etwas abseits der Strandbar parkten wir unter Pinien in der Nähe einer kleinen Kolonie von deutschen Wohnmobilisten. Ein idealer Platz für freies Stehen. Im Schatten der Bäume die Mittagsstunden verbringen und einen Blick auf das Meer. An das Meer wollten wir jetzt auch. Okay den tollen feinkörnigen Sandstrand findet man hier nicht. Dafür unberührten Naturstrand mit überwiegend steinigen Meeresgrund. Die Hunde und wir konnten uns im Wasser etwas abkühlen und der kühle Wind bließ die Hitze einfach weg. Es war ein atemberaubend schöner Ausflug. Und sollten wir mit Jacques im Frühjahr oder Oktober nochmals Sardinien besuchen, ist Posada ein heißer Garant für einen zweitägigen Stop. Hoffentlich verhalten sich bis dahin die Camper so, daß die Übernachtung dort nicht verboten wird.

 

Tag 8 – Valledoria

Eine Woche auf Le Reni. Vom ersten Tag an meinte der Wettergott es mit uns gut. Temperaturen immer oberhalb von 20 Grad. Das auch nachts. Über die Mittagszeit sind die Fenster am Haus immer komplett geschlossen. Die Wärme ausgesperrt. Die Räume haben sich dank der kleinen Fenster nicht so stark aufgeheißt. Abends lüften wir, um das Innere etwas kühler zu bekommen. In der Mittagszeit dösen wir vier auf der Terrasse und suchen schattige Plätzchen. Wetterprognose bis Sonntag sonnig und warm. Ans Meer fahren wir entweder ganz früh morgens oder am späten Abend. Dann ist es schön leer und die Temperaturen ganz angenehm. Die Abkühlung im salzigen Mittelmeer für uns vier einfach herrlich. Vor einer Woche tummelten sich noch die Badegästen im kleinen Ort Valledoria und am Strand. Jetzt liegen nur noch einige Nachzügler am Strand bzw. Heimische versuchen Angeln. Auf dem Heimweg noch kurz beim sardischen “Aldi” die restlichen Zutaten für das Abendessen gekauft. Nicht alle Zutaten bekommen, so mußte improvisiert werden. Es gab Coucscus mit grünem Tee und dazu scharfe Möhren. Dazu einen hiesigen Rotwein. Sehr sehr lecker.

 

Tag 9  – Capo Testa / Valle di Luna

Die erste Nacht in der es mich etwas Fröstelte und ich mich unter die Decke kuschelte. Irgendwie war ich bereits um 8.00 Uhr ausgeschlafen. Mops Ferdinand und ich gingen vor die Tür. Kühle angenehme Morgenluft strömte uns entgegen. Blick in den Himmel. Bedeckt. Wunderbar. Die am Haus lebenden Katzen miauten und freuten sich schon auf ein Frühstück. Nachdem die Mädels den Schlaf eine halbe Stunde später beendeten, konnte gefrühstückt werden.  Alleine auf der Terasse hatte ich schon mal den Wetterbericht gelesen. Temperatur 31 Grad, gefühlt wie 36 Grad. Abkühlung geben 17.00 Uhr auf 27 Grad. Eigentlich war geplant das Valle di Luna am Capo Testa zu besuchen. 31 Grad konnten wir unserem kleinen Lieblingsmops nicht antun. Wir beschlossen erst gegen 15.00 Uhr oder noch später aufzubrechen. Der Morgen verstrich und die Sonne lachte vom Himmel. Die Temperatur stieg stetig. Kurz vor eins, hielt ich es nicht mehr in meiner Hängematte trotz eines lauen Lüftchen aus und begab mich für ein Schläfchen ins Wohnzimmer. Mops folgte. So verging der frühe Vormittag und die Lust sich in Familienvan zu setzen, sank. Es muss so um kurz vor 15.30 Uhr gewesen sein, als der innere Schweinehund überwunden wurde.  1 Stunde Fahrezeit für 60 Kilometer bis zum Capo Testa. Die Klimaanlage lief auf höchster Stufe und mache den Innenraum zum Kühlschrank. Der Mops ließ sich das Bäuchlein durch das zwischen den Vordersitzen befindliche Gebläse kühlen. Die Fahrt war wunderschön. Links ein grandioser Blick auf das Meer. Immer wieder führten kleine Stichstraßen direkt an den Strand. Allerdings waren die schönsten Buchten für das Befahren mit einem Auto oder Camper mittlerweile gesperrt wurden. Was vor vier oder fünf Jahren noch ging, direkt mit dem Wohnmobil ans Meer frahen und dort zu nächtigen, mittlerweile im Zuge des Naturschutzes verboten. Beinahe der komplette Küstenstreifen ist unter Naturschutz gestellt. Ein weinendes und lachendes Auge. Santa Terrassa Gallura rückte immer Näher. In diesem kleinen pulsierenden Örtchen mussten wir eine Nacht mal mit beiden Hunden zwangsnächtigen. Es war auch im September und auf dem großen Platz pfiff der Wind um die Häuser. Die Ölpumpe des Fiat 500 hatte damals den Geist aufgegeben. Dank des ADACs fand sich ein kleines Hotel, das bereit war spontan zwei frierende Touristen nebst Hunden aufzunehmen. Das Hotel gab es noch immer. Wir fuhren weiter in Richtung Capo Testa. Der kleine Ort auf einer Landzunge gelegen ist bekannt gewurden, durch eine kleine Hippiekommune, die sich in den Felsenhöhlen wohnlich eingerichtet hatten. Opium betäubt huldigten sie jeden Abend den über dem Meer aufgehenden Mond (Luna).  Seit einigen Jahren herrscht im gesamten Valle di Luna absolutes Campingverbot. Schon am Ortseingang hängen an Masten Überwachungskameras. Im Grunde ist der Ort ein verschlafenes Niedorf mit lediglich einer Straße. Zur linker und rechte Seite dieses kristallklares Meer.  Den Kult hat sich das Örtchen bewahrt, denn auch noch Mitte September parkten massig Autos. Eindeutig zu voll für uns. Abgesehen davon, dass wir auch den etwas laut Reiseführer versteckten Zugang zu den kleinen Buchten nicht pfanden. So kehrten wir um in Richtung Le Reni. Beinahe jede Abzweigung zum Strand folgten wir.  Am Ende des Weges parkten dann für uns doch zu viele Autos. Wir suchten einen “einsamen” Strand an denen unsere Hunde ohne Leine einfach ins Wasser laufen konnten. Gefunden haben wir hintern Pinienwäldern einen solchen Strandabschnitt. Der Nachteil im Wasser lagen so viele Steine. Der Mops konnte auf den mit Algen bewachsenen Steinen selbst ins Meer gehen. Anfangs nicht ganz geheuer und dann diese tiefe Stelle, wo er tatsächlich doch schwimmen musste. Den Tag abend haben wir im Mondschein und unter einem herrlichen Sternenhimmel ausklingen lassen.

 

Tag 10 – Le Reni

Die Nachtemperatur sank nicht wirklich. Der Tag morgens um 8 Uhr rief schon danch einfach eine Badehose anzuziehen und sich ein schattiges Plätzchen unter den Bäumen zu suchen. Die Fensterläden machten wir auch schon vor der großen Mittagshitze zu in der Hoffnung die Räume schön kühl zu halten. Pünktlich um 13.00 Uhr frischte der Wind auf und brachte so ein wenig Abkühlung. Wir faulenzten in der Hängemappe und auf der Liege herum, immer auf der Suche an einem schattige Plätzchen. Die Hunde gingen öfters mal in den Pool oder wurden mit Gartenschlauch einer kühlen Dusche unterzogen. Abends sprangen wir nochmals ins Mittelmeer und so verging Tag Nummer 9 mit süßem Nichtstun.

 

Tag 11 – Miniausflug Castelsardo

Noch zwei Tage Sardinien. Langsam werden die Temperaturen kühler. Immernoch 25 Grad und den Abend kann man in kurzer Hose draußen verbringen. Gigantische Sonnenuntergänge über dem Meer beobachten und bei klarem Wetter in den Sternenhimmel schauen. Als wir gegen 8.00 Uhr aufstanden, daheim schaffen wir es manchmal nicht vor 10 Uhr, angenehme Temperaturen. Das Frühstück mussten wir sogar nach Innen verlegen, da es zum ersten Mal seit 11 Tagen morgens geregnet hatte. Alles nicht so schlimm. Ein zwei Tage mit Sauwetter hatten wir eingeplant. Nicht Temperaturen von über 30 Grad – 10 Tage lang. Wir verlassen die Insel und aufeinmal beginnt der Herbst. Richtig Sonnentanken ist gut und sich dem natürlichen Verlauf des Tages einfach hingeben. Früh aufstehen, Mittags Siesta halten und am späten Nachmittag ans Meer und einen Ausflug. Den kurzen Regenschauer nutzten wir dann für einen DVD Vormittag. Einfach herrlich sich so treiben zu lassen. Gegen ein Uhr scheinte auch die Sonne und wir verbrachten den kompletten Nachmittag auf der Hängematte oder lesend in den Gartenstühlen. Allerdings wollten wir noch auf einen kurzen Ausflug nach Castelsardo machen. Ein kleines malerisches Dörfchen. Exponiert durch die Lage und dadurch auch ein Touristenmagnet. Unschwer zu erkennen, an dem am  Ortseingang gelegenen Parkplatz sowie der Parkfläche am Yachthafen. Eigentlich hatten wir vor mit den Hunden vom Yachthafen bis unterhalb des Ortskern auf der Uferpromenade zu schlendern. Die Temperaturen waren dafür ideal. Knapp unter 25 Grad. Aber einmal über die Brücke und dann bis zur Ausfahrt, schafften wir nicht. Der Mops wollte sich im Meer abkühlen und verweigerte danach jeden weiteren Schritt. So kamen wir plötzlich ins Gespräch mit einem älteren Ehepaar aus Bergamo, die gerade die Müllentsorgung mit einer Gassirunde verbanden. Entsetzt warden beide, über die Unachtsamkeit der Sarden mit Müll. Überall an den Straßen liegt wild entsorgter Abfall. Das seien sie aus dem Norden nicht gewöhnt. Natürlich fanden sie den Mops toll. Männlicherseits wurde Lena geherzt. Im weiteren Verlauf machten wir noch die Bekanntschaft eines Mannes mit einem 11monatigen Welpen, welcher einen Schulterhöhe von guten 60cm hatten und vor Kraft nur noch strozte. Und wem war die körperliche Überlegenheit seines Gegenübers total egal. Richtig, dem etwas größenwahnisingen Mops, der gleich mal klarstellte wer Chef im Ring ist. So schlenderten wir uns in englischer Sprache unterhaltend gemütlich zurück zum Auto. Auf dem Weg dorthin kam uns noch ein angrifflustiger Rehpinscher entgegen.  Wir fuhren noch ein bißchen durch den Yachthafen und cruisten anschliessend durch den Ort. Kurz vor sieben Uhr waren wir zurück am Ferienhaus. Ein kurzer aber schöner Ausflug. Abends gab es leckere selbst kreierte Gemüsepizza. Yummy.

 

Tag 12 – Letzter Tag vor Abreise

Das übliche Morgenritual. Aus dem Schlafzimmerfenster schauen und eine Blick gen Himmel erhaschen. Lohnt sich das Aufstehen oder doch noch einmal umdrehen. Die morgendlichen Temperaturen sind nicht mehr so drückend und gestern Nacht, verkroch ich mich unter die Bettdecke. Nicht das es wirklich eisig ist. Es sind immer noch tagsüber gute 25 Grad und abends um die 19 Grad. Ganz angenehm. Wenn man aber seit mehr als einer Woche um die 30° und mehr hatte, fröstelt es einen schon ein wenig. Wie soll es erst Übermorgen werden. Voll auf Sommer eingestellt werden wir dann mit Temperaturen tagsüber um die 16 Grad konfontriert werden. Werden also bevor wir zu einem Kurzausflug starten nochmals die dickeren Pullover vom Dachboden holen.  Aber zurück zum heutigen Tag. Langsam erscheint Klara. Die wenigen Wolken verziehen sich. Der Mops genießt die Kühle und jagt die Katzen und die im Garten laufenden Hühnern. Gerne werden auch vorbeifahrende Radler, Geher und die wenige KFZs verbellt. Übrigens erkennt man, dass es Wochenende daran, das frühmorgens ältere Semster gerne in Gruppen sich mit Rennrädern die Berge hochquälen bzw. vorwiegend Frauen im Sportoutfit gehend am Grundstück vorbeihuschen. Ansonsten ist es in der Mittagszeit sehr ruhig. Am späten Nachmittag nahmen wir die 15 Kilometer in Richtung Castelsardo in Angriff. Susanne wollte noch einen Blick in das Kunstshandwerskgeschäft werfen, dass wir wegen eines Mopses mit Schnappatmung tagszuvor links liegen gelassen hatten. Diesmal parkten wir auf dem großen Parkplatz oberhalb der kleinen Stadt. Unseren Hunden tat der kleine Ausflug ganz gut und zu warm war es auch nicht. Die kurze Strecke geriet doch zu einem Hindernislauf, da Mops Ferdinand beschloss beinahe jeden Hauseingang einer gründlichen Inspektion zu unterziehen. Ein Laster sollte jeder Hund haben. Da Lena nicht ganz so auslaufsicher ist, beschlossen wir, dass ich mit den Dogs im Eingangsbereicht wartete. Ein Mops und eine französischen Bulldogge mit Handicap begeistern die Sardienerinnen. Ein echter Geheimtipp, um ins Gespräch zu kommen, sofern man Italienisch spricht.  Da wir für den morgen startende Rückreise noch keinen Proviant hatten, kauften wir im Conard City Markt ein. Auch hier wartete ich im Schatten mit beiden Tieren, die jeden Passanten genauesten Gesichtskontrolle unterzogen. Auf dem Rückweg kam Susanne noch in das Gespräch mit einer 76jährigen alten Dame, die noch nie Sardinien und Castelsardo verlassen hatte. Wurde sogar auf ein Käffchen ins Haus eingeladen. So erfuhr Susanne, dass ihr Mann noch als Bestatter arbeitet und das obwohl auch er bereits kurz vor achtzig Jahren ist. Dabei sind die Sarden ganz und gar nicht aufdringlich, wie die Festlanditaliener. Eher kochen die Inselbewohner im kleinen Kreis ihr eigenes Süppchen und jeder darf so bleiben wie er ist. Das finden wir toll. Abends hatten wir uns vorgenommen beim Pizza Express im Ort oder ins Restaurant ein Dorf weiter, eine Pizza zu essen. Gewonnen hat der ansässige Pizzadienst. Und die vegatarische Pizza als auch Pizza Sarda waren so was von lecker, dass ich gleich zwei große Essen musste.

 

Tag 13 – Abreise

Um 20.30 Uhr geht unsere Fähre Richtung Festland. Noch sitzen wir gemütlich im Wohnzimmer. Lesend, schlafend und schreibend. Das Wetter könnte man als norddeutsch beschreiben. Das Frühstück wurde durch einen kurzen Regenschauer unterbrochen. Aber egal – ist ja unser Reisetag. Müssen sowie noch Kofferpacken, Proviant vorbereiten und um 16.00 Uhr in Richtung Hafen fahren. Gespannt sind wir auf die Petzi-Brothers in Augsburg, wo wir unseren Jacques abholen. Und nach 8 Stunden Fahrt im kalten Norden mitten in der Nacht ankommen werden.

So dass wir die Planung. Die Realität sah so aus. Wir brauchten ja noch Proviant am liebsten vegan. Dafür hatten wir am Samstag eingekauft. Das Tor zum letzten Mal auf und zu schließen, den beiden Hütehunden eine allerletzte Streicheleinheiten geben, hatte ich für 16.00 Uhr geplant. Eintreffen im Hafen kurz vor 18.00 Uhr. Noch ein kleines Kaltgetränk in einer Bar am Hafen und ab auf das Schiff. Gestartet sind wir letztendlich um kurz vor 17.00 Uhr. Zwischenzeitlich hatten wir das Abendbrot für die Hunde frisch gekocht, ein Frühstück für den kommenden Tag vorbereitet, einen veganen Döner als Abendbrot sowie einen Pausensnack für die Fahrt gekocht. Die Wohnung gesaugt, den Bioabfall den Schweinen übergeben, den Kühlschrank ausgeräumt sowie ausgewischt, den Müll rausgebracht, die Taschen gepackt. Keine freie Minute zum Durchatmen. So ging es dann auch weiter. Im Hafen angekommen, wurden wir direkt auf das Zwischendeck gewunken. Die Autos wurden von in gelben steckenden Overalls Einweisern so eng gestellt, das mitunter der Beifahrer bzw. Mitfahrer nicht mehr einsteigen konnte. Der knappe Stellplatz war sicherlich dem Alter der Fähre geschuldet. Kein modernes Schiff bei dem Funktion über Form geht, sondern eine klassische elegante Kiellinie. Wie wir diesen Retro Look so mögen. Dieser setzte sich auch im Inneren fort. Schön. Die Nachteile lernten wir in der Nach kennen. Das Flurlicht schimmerte durch die Ritzen der Tür. Der Schiffsdiesel wummerte vom Feinsten. Dem Mops war abwechselnd warm und hatte dann Nähebedürfnis. Also vom Bett runter und dann wieder rauf gesprungen. Das Licht löschen wir bereits kurz nachdem wir den Hafen verlassen hatte. Den Bauch gefüllt mit einem Riesen-Gemüse-Döner. Wein, Wasser und Ichnusa für spottbillige 22 €. Geschlafen habe ich in Etappen. Ging auf der Hinreise das Ausschiffen zügig, waren wir auf der Rückreise noch 30 Minuten nach Anlegen nicht von Bord. Zeitgleich mit uns legte auch noch Moby-Lines an. Entsprechend zähflüssig war der Verkehr. Die erste Route sollte über den Brenner gehen. Das wollten wir aber nicht. Denn das was die Östereicher mit ihrer Maut betreiben, halten wir für moderne Wegelagerei. Mautgebühren für die Benutzung von Autobahnen total okay, aber zweimal für ein Infrastrukturprojekt bezahlen. Never. So fuhren wir über den San-Bernadriono-Paß und eine kurze Strecke mit gekaufter Vingette in Richtung Augsburg. Hier wollten unseren kurz vor der Reise erworbene Campingbus abholen. Geplant war eigentlich damit in Richtung Sardinien aufzubrechen. So brachte uns Opel Pedro sicher ans Ziel. Kein Stau bis wir Mailand erreichten. Stockender Verkehr rund um die Metropole. Zeitverlust 30 Minuten. Endlich in der Schweiz. Der nächste Stau in Lugano. Immerhin lachte die Sonne vom blauen Himmel. Die nächsten 45 Minuten verloren. Ankunftszeit in Augsburg 17.02 Uhr. Mittlerweile hatte der Händler auf dem ausgeschalteten Handy schon fünf Nachrichten hinterlassen. Ohne weitere Aufenthalt erreichten wir die deutsche Autobahn. Das Rasen begann. Hatten sich die PS-Boliden auf den ausländischen geschwindigkeitsbegrenzten Autobahnen noch zurück gehalten, wurde kurz nach der Grenze das Gaspedal mächtig durchgetreten.  80 Kilometer vor Augsburg. Stau in Folge eines Unfalls. Nichts ging mehr. Geplante Ankunftszeit 17.42 Uhr. 18 Minuten vor Feierabend. Nochmals Telefonat mit dem Händler und aktuellen Zwischenstand durchgegeben. Hinter einem modernen Viehtransporter stehend und die muhenden Kühe zu hören, dann weiß man das sich 14 Tage lang ohne tierische Produkte richtig ernährt hat. Langsam begann der Verkehr zu rollen. Was den Stillstand auf der Autobahn ausgelöst hat, war wie so häufig nicht zu erkennen. Okay danach habe ich auch ein wenig aufs Gaspedal getreten, bin aber nicht mit 200 km/h über die Piste gejagt oder zu dicht aufgefahren. Weiß eigentlich jemand wie schnell auf einer zweispurigen und durch Mittelleitplanken getrennte Bundestraße gefahren werden darf? Zum ersten Mal habe ich  “Biene-Maja”-Schilder gesehen. Die sehen genauso aus wie die auf der Autobahn. Noch schnell einmal komplett durch Augsburg im Berufsverkehrs und tatsächlich um 17.42 erreichten wir den Händler. Kurze Übergabe und ab in Richtung Norden. Mit zwei Autos. Eine Stunde hinter Augsburg einen Rasthof angefahren und dabei ein kleinen gemütlichen Biergarten entdeckt. Das konnten wir uns einfach nicht entgehen lassen. Stießen mit einem alkoholfreien Weizenbier auf unser Reisemobil an und aßen zwei kleine Gerichte. Wenn ich schon mal im Bayern bin, dann eß ich einen bayerischen Leberkäs. Zumal der so was von lecker war. Nach einer Stunde Zwischenstopp sind wir weiter. Geplante Ankunftszeit 3.42 Uhr. Okay ein Reisetag mit 23 Stunden. Glücklicherweise waren wir aufgrund der Hitze sehr entspannt. Wir wollten nach 3.5 Stunden noch mal halten und uns ein wenig die Beine vertreten. Plötzlich fuhr Susanne auf einen Rastplatz, der bis auf den letzten Winkel mit LKWs zugestellt war. Nichts mit Beine vertreten. Die Ölwarnleuchte blinkte in einem satten Gelb. Auf zum nächsten Autohof und um 22.00 Uhr ein Liter Öl gekauft. Seit Ihr eigentlich in der letzten Zeit einmal spätabends oder Nachts auf der Autobahn gefahren. Kaum ein Rastplatz auf dem kein Brummi mit Warnblinkanlage in der Ein- oder Ausfahrt steht und die vorgeschriebene Ruhezeit einhält. Dafür sind nur wenige PKWs unterwegs. Umsomehr die kleinen flinken Transport, die am Limit über die Bahn rasen. Bei den Massen von LKWs und den damit täglich stattfindenden “Elefantenrennen” bin ich dafür, dass auf zweispurigen Autobahnen grundsätzlich ein Überholverbot für alles ab 7,5t gilt. Und warum kann man auf deutschen Straßen grundsätzlich kein Tempolimit einführen. Fühlen wir uns wirklich in unserem eigenen Ich so eingeschränkt, wenn wir nicht mit 250 fahren können sondern nur 130? Letztendlich sind wir die Strecke Augsburg-Bad Schwartau in einem Stück gefahren und parkten beide Autos um 3.45 Uhr vor der Haustür. Noch schnell Opel Pedro ausgeladen und etwas “gefrühstückt”. Gegen 5.00 Uhr sind wir dann ins Bett gefallen. Den Termin auf der Zulassungsstelle habe ich sausen lassen und werde morgen dort aufschlagen. Irgendwie ist der gesamte Ablauf durcheinander geraten. Gefrühstückt um 14.00 Uhr, Strandspaziergang mit den Hunden 17.30 Uhr. Abendessen um 22.00 Uhr (nicht so ungewöhnlich). Gelesen in der Anleitung von “Jacques” zu wenig.

Fazit Urlaub

Ende September mit normalen Temperaturen ist Sardinien ein Traumland. Wir lieben die Menschen, die Kargheit im Nordwesten, das Leben nach dem Tagesablauf der Natur. Und ja, wenn es sich wieder ergeben würde, im Anschluss an den Urlaub ein Wohnmobil oder Ähnliches zu überführen – ja auch das würden wir wieder tun.

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