Zwei Wochen Slowenien – Unsere Herbsttour 2026 mit dem Camper

Wir sind mit einem groben Ziel losgefahren („irgendwie ins Soča-Tal“) und mit einer Liste von Orten zurückgekommen, von denen wir vorher nie gehört hatten. Das Soča-Tal hat uns nicht enttäuscht . Und auch die Rückreise hatte es in sich: vom Altmühltal über Bad Langensalza bis in den Harz. Wenn uns diese Reise etwas gelehrt hat, dann das: Manchmal ist es nicht das Ziel, das die Reise macht. Sondern die Orte, in denen man einfach nur müde vom Fahren gelandet ist.

Los geht’s in Wörlitz (12. September)
Man soll eine Reise ja nie mit einem Ort beginnen, den man schon kennt. Wir haben es trotzdem gemacht – und es war genau richtig. Zum zweiten Mal standen wir in Wörlitz, und diesmal haben wir endlich das gemacht, was wir vbeim ersten Anfahren aufgrund von Dunkelheit nicht machen konnten: den Garten besuchen. Und was für einer! Deutlich größer, als wir dachten, und so liebevoll angelegt, dass wir viel länger herumgeschlendert sind, als geplant. Perfekter Auftakt – wir stiegen am Abend in den Camper und wussten: Ja, jetzt ist die Herbsttour wirklich gestartet.

Der Chiemsee – erst Regen, dann Sonne (14. September)
Die Fahrt nach Übersee war lang, und drei kleine Staus haben uns Geduld gekostet. Umso schöner, als wir endlich auf dem Camping Car Park einchecken konnten – froh, dass wir reserviert hatten, denn bis auf zwei Parzellen war alles voll. Gerade noch rechtzeitig drehten wir mit den Hunden eine letzte Runde, dann öffnete der Himmel seine Schleusen.

Am nächsten Morgen dann die Belohnung: Die Sonne schien, der Chiemsee lag da wie gemalt, und wir wanderten fast zweieinhalb Stunden am Ufer entlang – Hunde glücklich, wir auch. Abends saßen wir im Wirtshaus, aßen deftiges bayerisches Essen und stimmten uns auf morgen ein: Slowenien, wir kommen!

Unser Tipp: Im September ist der Chiemsee beliebter, als man denkt. Unbedingt vorab reservieren.

Wiedersehen mit dem Camp Spike (15. September)
Vor sieben Jahren, auf der spontanen Rückreise von Griechenland, haben wir einmal auf dem Camp Spike in Kranjska Gora übernachtet. „Damals hat es uns super gefallen“, sagten wir uns – und fuhren wieder hin. Diesmal über den Wurzenpass, und der hat es wirklich in sich: kurvenreich, steil, spektakulär. Oben angekommen, 24 Grad und strahlender Himmel – Slowenien empfing uns, wie man es sich wünscht.

Einziger Wermutstropfen: Der Platz war diesmal richtig voll. Was wir vor sieben Jahren noch fast für uns allein hatten, teilen wir uns jetzt mit halb Europa – Slowenien ist offenbar kein Geheimtipp mehr. Und für die nächsten Tage war Regen gemeldet. Also beschlossen wir: nicht ärgern, flexibel bleiben und das Soča-Tal ansteuern.

Unser Tipp: Der Wurzenpass ist landschaftlich ein Traum, aber nichts für Nervenschwache. Wer es gemütlicher mag, fährt durch den Karawankentunnel.

Das Soča-Tal – der Herzstück-Moment unserer Reise (17. September)
Wenn uns in Jahren noch jemand nach dieser Reise fragt, dann werden wir von diesem Tag erzählen: die Fahrt über den Vršičpass, 1.611 Meter hoch, durch enge Kehren und einen Felsstollen, der gerade breit genug ist für unseren Camper. Oben lag alles im Nebel – schade um die Aussicht, aber ehrlich: Die Straße selbst war Abenteuer genug.

Nach eineinhalb Stunden erreichten wir den Kamp Klin Lepena, einen kleinen Campingplatz, der regelrecht von der Soča umflossen wird. Smaragdgrün, glasklar, ruhig – so haben wir uns das vorgestellt. Abends saßen wir in einem kleinen Restaurant und aßen Forellen, frischer kann man Fisch kaum essen. Am nächsten Tag wanderten wir zu einem kleinen Wasserfall und ließen einfach mal die Seele baumeln. Diesen Platz hätten wir für eine Woche behalten können.

Mit dem Autozug durch die Alpen (19. September)
Eine Sache hatten wir noch nie gemacht: mit dem eigenen Camper durch einen Berg tunneln. Also luden wir uns samt Kastenwagen und Hunde auf den Autozug – und schaukelten 44 gemütliche Minuten lang durchs Soča-Tal und die Julischen Alpen nach Bohinj. Wenn wir das gewusst hätten, hätten wir uns manche Passfahrt sparen können!

Eigentlich wollten wir auf dem einzigen Campingplatz direkt am Bohinj-See einchecken. Der war ausgebucht – und war damit das beste, was uns passieren konnte. So landeten wir im Camp Danica: riesige Parzellen, ein Blick auf die Berge, als hätte jemand ein Poster vor unseren Camper gehängt. Manchmal führt die Not zur besseren Wahl.

Unser Tipp: Der Autozug ist mit dem Camper ein Erlebnis für sich und erspart die Passfahrt. Und am Bohinj-See gilt: im September vorab reservieren.

Wäschetag bei Ljubljana (22. September)
Nach eineinhalb Wochen auf Achse war es Zeit für das am wenigsten romantische Kapitel jeder camper-Reise: Wäsche waschen. Nach dem Einkaufen in Ljubljana suchten wir also einen Stellplatz mit Waschmaschine – und fanden dabei ein echtes Kleinod: den Camperstop Osredtke in Dol pri Ljubljani. Ruhig, gepflegt, alles da, was man braucht. Wer Ljubljana besuchen möchte, ohne in der Stadt zu stehen, ist hier goldrichtig. Die Altstadt ist compact, fußläufig und hat uns das Win-win-Gefühl vermittelt: Stadtbummel und Camping-Ruhe in einem.

Unser Tipp: Ljubljana von Dol pri Ljubljana aus ist die perfekte Kombination aus Kultur und Camping.

Der Faaker See – oder: warum man Reiseführer nicht immer glauben soll (22. September)
Ehrlich? Diese Etappe war ein Reinfall. Auf allen Fotos sieht der Faaker See aus wie das Paradies – türkis, friedlich, einladend. Die Realität für uns: Der See ist in Privatbesitz, fast jeder Anwohner hat sein eigenes kleines Stückchen Zugang – und die Allgemeinheit kommt mit Hund gar nicht an das Wasser. Wir standen also auf einem großen, netten Campingplatz in der Nähe eines Sees, den wir nicht einmal streicheln durften. Kurzum: Für alle, die mit Hund unterwegs sind – nehmt den Faaker See lieber von der Liste, und sucht euch gastfreundlichere Ecken in Kärnten (oder gleich Bayern).

„Wir haben noch keine Lust auf den Alltag“ (24. September)
Der Faaker See hatte uns einen Strich durch die Rechnung gemacht – also warfen wir die Planung über Bord und machten das, was wir am besten können: spontan sein. Wir wollten einfach keine Kilometer abreißen, aber auch nicht heimwärts rasen. Also suchten wir nach schönen Zielen mit maximal drei Stunden Fahrzeit – und die KI schlug das Altmühltal vor. Wo wir noch nie waren. Warum eigentlich nicht?

Gelandet sind wir auf dem Camping Azur in Kipfenberg, der eingezäunte Parzellen speziell für Hunde hat – unsere Hündin war begeistert, wir waren entspannt. Wer mit Hund campt, weiß: eingezäunte Stellplätze sind Gold wert, und wir hätten noch eine Woche bleiben können, nur um ihr diesen Auslauf zu gönnen. Dazu: das Altmühltal ist wirklich, wirklich schön. Warum hatten wir das noch nie auf dem Schirm?

Unser Tipp: Für alle Hunde-Camper: Camping Azur ist eine klare Empfehlung. Für alle anderen: das Altmühltal sowieso.

Nochmal Chiemsee – Glück gehabt (24. September)
Weil der Faaker See so enttäuschend war, landeten wir am Ende wieder am Anfang: am Chiemsee, diesmal auf dem Wohnmobilhafen in Bernau. Wir hatten Glück verdient und ergatterten den allerletzten freien Stellplatz. Mit den Hunden spazierten wir am See entlang, abends gab es ein hervorragendes Essen im Fischrestaurant. Der Platz liegt nahe an der Autobahn, das stimmt – aber wir haben trotzdem hervorragend geschlafen. Beruhigend, wenn am Ende alles gutgeht, oder?

Bad Langensalza – ein Zufallstreffer der Sonderklasse (25. September)
Manchmal ist man einfach müde vom Fahren. Und wenn das passiert, landet man irgendwo. Dass „irgendwo“ bei uns Bad Langensalza hieß, war pures Glück: Der Stellplatz an der Therme ist völlig in Ordnung – aber die Stadt selbst? Ein Volltreffer. Die Gärten, die einmal im Rahmen der Landesgartenschau angelegt wurden, sind wunderschön, die Innenstadt charmant, und wir fragten uns beide: Warum kannten wir diesen Ort vorher nicht? Eine echte Entdeckung, die es ohne unseren unplanneden Stopp nie in unseren Reisebericht geschafft hätte.

Unser Tipp: Wenn ihr auf der Nord-Süd-Route unterwegs seid, plant Bad Langensalza als Zwischenstopp ein. Gärten und Altstadt überraschen.

Der Harz – das Finale, das keins sein sollte (26. September)
Am vorletzten Tag schien die Sonne, als wollte sie uns festhalten. Vier Stunden im Auto sitzen? Bei diesem Wetter? Also beschlossen wir, noch einmal spontan zu sein – und landeten im Harz, auf dem Wildwoodcamping in Clausthal-Zellerfeld. Und es war wahrscheinlich die beste Entscheidung der ganzen Rückreise: Waldbaden, Wanderwege, herbstliche Stille, die Hunde glücklich im Laub. Nach zwei Wochen auf Achsen fanden wir hier genau das, was wir am Anfang gar nicht gewusst hatten, dass wir es suchten: einfach mal gar nichts tun.

Was diese Reise uns gelehrt hat

Die 3-Stunden-Regel. Maximal drei Stunden Fahrt pro Etappe – das macht die Reise zum Urlaub und die Fahrerin/ den Fahrer bei Laune.

Fazit
Zwei Wochen, vier Länder, ein Camper, zwei Hunde – und ein Gefühl, das bleibt. Wir sind mit einem groben Ziel losgefahren („irgendwie ins Soča-Tal“) und mit einer Liste von Orten zurückgekommen, von denen wir vorher nie gehört hatten. Das Soča-Tal hat uns nicht enttäuscht – zum zweiten Mal nicht. Und auch die Rückreise hatte es in sich: vom Altmühltal über Bad Langensalza bis in den Harz. Wenn uns diese Reise etwas gelehrt hat, dann das: Manchmal ist es nicht das Ziel, das die Reise macht. Sondern die Orte, in denen man einfach nur müde vom Fahren gelandet ist.

Slowenien im Herbst ist ein Traum. Und das Soča-Tal ist der Grund, warum wir zum zweiten Mal da waren – und zum zweiten Mal wiederkommen werden.