Sizilien wir kommen – Sommer 2025

Endlich geht es wieder auf Reisen. In den  letzten Tagen haben wir den VAN geputzt, Vorräte aufgefüllt und waren quasi startklar. Die Arbeitstage waren anstrengend und wir waren kaputt und so entschieden wir nicht wie geplant am Mittwochabend zu starten, sondern bei Sonnenaufgang in Richtung Österreich zu starten. Leider hatte der Kastenwagen scheinbar eine andere Vorstellung. Alles war gepackt und abfahrbereit, aber der Camper ließ sich nicht starten. Den ADAC angerufen und 2 Stunden gewartet. Dann konnte es endlich losgehen. Die Stimmung der Reisegruppe war nicht ganz so euphorisch. So spulten wir dann den einen oder anderen Kilometer auf der Autobahn an diesem Tage ab. 

Kurz vor 19.00 Uhr erreichten wir unseren Stellplatz. Die Rezeption war nicht mehr besetzt und wir parkten auf der uns zugewiesenen Parzelle. Nach einem Rundgang mit den Hunden, einem einfachen Abendessen war dann auch der Akku leer. Erst einmal richtig ausschlafen und den holprigen Start vergessen. Der gestrige Regen hatte sich auch verzogen und so konnten wir bei Sonne und blauem Himmel gemütlich draußen Frühstücken. Danach wanderten wir in das oberhalb des Campingplatzes liegende Dorf Itter in der Hoffnung, dort eine Gastwirtschaft zur Einkehr zu finden. Leider wurden wir nicht fündig. So entschieden wir uns für einen Rundweg und kehrten am späten Nachmittag zum Wohnmobil zurück. Eigentlich wollten wir im Restaurant essen, aber angeblich sollte es dort nur Pizza geben. So kochten wir uns was im VAN und waren überrascht, dass es im Restaurant auch andere Speisen gegeben hat. Am nächsten Morgen machten wir uns auf nach Italien.

Das nächste Ziel lag etwas über 400 Kilometer  entfernt in der Nähe von Modena. Wir verzichteten auf den Brenner und fuhren über die Nebenstraße in Richtung Bozen. Auf italienischer Seite bevorzugen wir die Autobahn. Der Stellplatz des Montagna Camper Club Mutina liegt doch nicht so verkehrsgünstig wie gehofft und auch die 32 Grad machten uns sehr zu schaffen. Der Platz war wirklich gut gefüllt und wir konnten auf einer Wiese parken. Es war einfach zu warm. Auch nervten die Nachbarn. Eigentlich wollten wir uns die Quellen ansehen, aber das Wetter versprach weiterhin sonnig und heiß zu bleiben. So entschieden wir uns, in Richtung Toskana die Reise fortzusetzen. Und fanden in Podere Santa Clorinda einen wirklich schönen Stellplatz mit Blick auf die Berge. Wir erlebten hier den Tag der Befreiung Italiens hier und wurden am Morgen mit der italienischen Nationalhymne quasi geweckt.

Wir verlassen die Toskana und fahren in Richtung Amalfi-Küste. Wir stehen eine Nacht auf einem Bauernhof im Hinterland. Das Kuschelcamping angesagt war, war klar. Aber das wir direkt den letzten Platz vor der Werkstatt bekamen, war nicht so geplant. Die Vermieter waren total nett, die Sanitäranlagen sauber, aber wir reisten nach einem Tag ab. Wir besuchten noch Raffaello und parkten für 30 € unterhalb der Stadt mit einem Shuttleservice. Die Sonne schien immer noch vom Himmel und es war warm. Wir fahren auf der Küstenstraße zum nächsten Halt in der Nähe von Paestum,

Die nächsten Tage verbringen wir auf dem Camping Villaggio dei Pini. Es ist beinahe wir Freistehen, denn im hinteren Teil des Campingplatzes halten sich kaum Touristen auf. Wir stehen unter Bäumen wegen der Hunde. Auf der Anreise merkten wir schon, dass wir im etwas südlichen Italien angekommen sind. Es sieht hier alles ein wenig schmuddelig aus. Jedenfalls ist der Strand ganz wunderbar. Wir bleiben zwei Nächte und genießen die Ruhe in unserem Camp. Während dieser Zeit besucht uns ein belgischer und ein deutscher Camper und verwickelt uns in ein Gespräch. Unterschiedlicher hätten die Umterhaltungen nicht sein können. Der Belgier total depressiv und der deutsche realistisch und lustig.

Da das Wetter sich kein Deut verändert hat, müssen wir uns als nächsten Halt eine Alternative suchen. Wir stranden in Tropea auf dem Camping Marina Del Convento. Ein wirklich niedlicher, sauberer Platz mit internationalem Publikum. Jedenfalls war die Fahrt auf der Küstenstraße von Paestum nach Tropea wunderschön. Das kurze Stück durch die Basilika hat uns wunderbar gefallen.

Unser Häuschen in Acquedolci ruft und wir müssen zur Fähre in Villa San Giovanni. Die kurze Fahrt mit der Fähre ist echt super. Sauber, pünktlich und der Kaffee schmeckt. Zwei Stunden später begleiten unsere Guides zum Haus, denn mit einem Camper den richtigen Weg zu finden ist gar nicht so einfach. Das Haus liegt ein wenig abseits und hat sogar einen Meerzugang. Der Strand ist mit lauten Steinen überhäuft. Hier bleiben wir nun sieben Tage in unserem kleinen Tiny-Ferienhaus. Viel unternehmen wir nicht und dösen so in den Tag, lesen viel, gehen baden und suchen Schatten. Einmal müssen wir zu Fuß in den Ort um einzukaufen. Das verlegen wir auf die Abendstunden, denn da ist es ein wenig kühler. Wir reisen einen Tag früher ab und machen uns auf den Heimweg.

Nehmen auch diesmal die Fähre zum Festland und sind verwundert, wie großzügig eingewiesen wird. Überall hätte man noch gut ein oder zwei PKWs mehr unterbringen können. Im Gegensatz zur Hinfahrt bilden sich lange Schlangen an der Bar. Ansonsten verläuft die Überfahrt ohne große Probleme und wir machen uns auf den Weg zu einem Campingplatz mit Strandsand.

Bei Cassano All’Ionio  lernen wir typisch italienisches Campen kennen. Die meisten Stellplätze liegen im Schatten. Die Parzellen sind mit Zelten und Zäunen komplett zu gebaut. Man fühlt sich als einziger nicht Italiener schon ein wenig falsch am Platz. Wir gehen abends noch einmal an den Strand und müssen dann feststellen, dass um 22.00 Uhr die Zugänge abgeschlossen sind und wir über den Zaun klettern müssen, um zu unserem VAN zu gelangen. Vorbei am Nachtportier, der Fernsehn schaut. Richtig kühl ist die Nacht auch nicht. 

Wenn wir uns mal quasi ganz unten in Italien sind, besuchen wir auch die bekannten Trullis. Die Wetterprognose für Alberobello leicht bedeckt, kein Regen und um die 20 Grad. Allerdings können sich die Vorhersagen auch täuschen. Blauer Himmel und 25 Grad hat es, als wir das Wohnmobil am zentralen Parkplatz abstellen. Der Ort ist komplett überlaufen und doch sehr touristisch. Wir suchen ein schattiges Plätzchen für die Hunde und uns. Gehen dann getrennt den Ort erkunden. Zurück am Camper überlegen wir, ob wir abends noch mal in den Ort gehen und eine Nacht hier bleiben oder ob wir weiterfahren. Wir fahren weiter. Kaufen noch beim Lidl ein und fahren nach Manfredonia zum Camping Salpi. Der Anteil an Deutschen ist hier sehr hoch, viele davon mit Hunden. Der Strand ist schön und die Betreiber sehr nett. Es gibt sogar ein Restaurant. Wir bleiben zwei Tage und freunden uns mit den Mücken an. Was aber auffällt ist, dass alle Campingplätze immer etwas abseits einer Infrastruktur liegen und du immer auf ein Fahrrad, Moped oder ähnliches angewiesen bist. Das ist in Frankreich mit Camping Municipal ganz anders. 

Nächster Halt ist die Pizzeria Ristorante la Baita. Ein wunderbarer Ort oberhalb des Gardasees. Irgendwie sind die Hunde drüber und crashen das Essen in der Pizzeria. Das schlägt sich auch auf die Stimmung von Susanne nieder. Der Abend verläuft irgendwie ganz anders, als nach einem langen Fahrtag sonst üblich. Die Stimmung ist ein wenig brisant. Eigentlich ein Ort um zwei oder mehr Nächte zu verbringen. Wir müssen den Platz bis 12:00 Uhr verlassen und machen uns auf den Weg nach Deutschland. Rothenburg ob der Tauber ist das Ziel. 

Okay, das erreichen wir nicht, denn um Bozen herum ist nur Stau. Bei der Planung haben wir die zweiwöchigen Pfingstferien in Bayern nicht berücksichtigt, die gerade zu Ende gehen. Auch auf den Nebenstrecken geht nichts mehr. Entlang des Fernpasses suchen wir einen Platz für die Nacht bzw. eine Möglichkeit in einem Restaurant etwas zu essen. Alles ist ausgebucht oder sogar über bucht. In Untergarten finden wir spontan auf einer Wiese einen Platz und können auch noch das Restaurant besuchen. Die Wiese gehört zum Campingplatz und hier haben sich Schweden, Dänen und Deutsche eine “Parzelle” für die Nacht ausgesucht. Geschlafen haben wir super und der Blick auf die Berge war super schön.

Ein Zwischenstopp vor Daheim mussten wir wieder improvisieren. Der geplante Platz an einem Restaurant gelegen war komplett ausgebucht und wir parkten ca. 3 Kilometer vom Ort entfernt. Es war wieder einmal nur warm. Hier reifte auch die Idee demnächst zwei Fahrräder anzuschaffen, ob schnell mal vom Stellplatz in einer Ort zu kommen. Aber das ist ein anderes Thema.

Fazit: 
Camping in Italien ist anders. Für die Wärme sind wir nicht geschaffen. Wir haben wieder einmal viel gesehen. Die besten Stellplätze spontan gefunden und die Reise hatte ihre Höhe und Tiefen.