italien vantouren

Reisen in Zeiten einer Pandemie

Die Entscheidung

Nachdem das große böse “C” unseren gemeinsamen Frühlingsurlaub komplett verhindert hat, Sardinien wir kommen in 2021, hatten wir die Befürchtung, dass auch die Spätsommertour im September aufgrund der Pandemie ins Wasser fallen wird. Lange haben wir mit Frankreich geliebäugelt und alle relevanten Veröffentlichungen der staatlichen französischen Stellen gelesen. Bis eine Woche vor Abfahrt Stand das Ziel Languedoc mit 100% Sicherheit fest. Dann schnellten die Fallzahlen bei den Franzosen in die Höhe. Obwohl keine offizielle Reisewarnung vorlag, überdenkten wir das Ziel. Es ist lange her, dass wir in Italien waren. Warum nicht in das touristisch wenig bekannte Gebiet der Abruzzen fahren. Eine grobe Reiseplanung stand recht schnell. Die ersten Ziele aus der Frankreich-Tour ließen sich nutzen. Aus dem Languedoc wurden die Abruzzen.

Lüneburger HeideDeutschland

Am Freitag brachen wir auch. Den Nugget hatte ich diesmal gepackt und zuzsammen mit den Hunden holten wir Susanne von der Arbeit ab. Der erste Stopp des ersten gemeinsamen Urlaubs in 2020 sollte ein kleiner Campingplatz in der Lüneburger Heide sein. Okay wir mussten um Hamburg rum. Fahrzeit über die Autobahn und Landstraße waren identisch. Warum nicht über kleine Landstraßen dem Ziel entgegenrollen. Nach etwas mehr als 2 Stunden rollten wir vier auf den Campingplatz. Idylisch mitten im Wald gelegen und super ruhig. Entschieden uns für eine Stellplatz mit eigener Terrasse an einem wild romantsichen kleinen Bächlein. Kurz eine Runde mit den Hunden, dann Essen und erst einmal runterkommen.

Den Regen am nächsten Morgen verschliefen wir und frühstückten zur Mittagszeit. Die Sonne brach durch die Wolken und wir spazierten am Nachmittag durch die im September noch blühende Heide. Für den Mops leider ein wenig zu warm. Vom Vorteil des eigens angschafften Dog-Rucksackes wollte er sich aber noch nicht überzeugen lassen. Wie vereinbart kam am Sonntag die Betreiberin um 10.00 Uhr zum Kassieren am Stellplatz vorbei.

Schöllkrippen SpessartDeutschland

Nach einem französischen Frühstück setzten wir unsere Tour in Richtung Hessen fort. Erst einmal über die Landtstraße in Richtung Autobahn. Wir kamen gut vorwärts. Dann ging es für 40 Minuten nur Stopp and Go weiter. Den zweiten Haltepunkt auf einem Bauerhof erreichten wir daher erst kurz nach 16.00 Uhr. Mit wenigen anderen Wohnmobilen standen wir auf dem Hof Schabernack in Schöllkrippen. Der Blick ins Tal einfach genial. Leider war die Gastronomie aufgrund von Corona geschlossen. Bier und andere Getränke konnten aus dem Automaten gezogen werden. Wir schliefen richtig gut. Dank Susi´s Idee für unten ein Futon anzuschaffen, haben beide jetzt ausreichend Platz.

Plansee – Österreich

Der nächste Tag war wieder ein Fahrtag. Der Wecker erinnert uns recht früh am Morgen daran. Ich schnappte mir die Hunde. Susanne entschied sich, das Frühstück vorzubereiten. Der morgendlichen Rundgang geriet dann ein wenig länger als geplant. Aber nicht schlimmn, so schliefen die Hunde während der Fahrt nach Österreich tief und fest.

Österreich – wie wird es wohl an der Grenz sein. Standen uns stäkere Kontrollen bevor? Es war ein wenig spannend, genauso wie zu letzt auf unserer Tour von Griechenland heimwärts. Hier erlebten wir zum ersten Mal echte Grenzkontrollen. So fuhren wir in Richtung Breitenwag / Plansee. Dank des deutschen Kennzeichen konnten wir ohne Probleme einreisen. Hingegen wurden Niederländer raus gewunken. Die Vorräte waren aufgebraucht und sollten in Österreich aufgefüllt werden. In Breitenwang fuhren wir dann nicht die aus Deutschland bekannten Discounter an, sondern einen hiesigen Supermarkt. Dann bekam ich den ersten Ausraster auf dieser Tour, weil ich Trottel nicht die genaue Koordinaten des Campingplatzes aufgeschrieben hatte. 20 Minuten später haben wir dann unseren Campingplatz für die nächsten zwei Tage gefunden. NIcht zu spät, denn nur wenige Plätze waren noch frei. Wir ergatterten den vorletzten Platz unten direkt an der Straße am Ende des Platzes. Was für uns gut ist, weil die Hunde sich frei bewegen können. Der Mops sogar ohne Leine. Dann ein kleiner Spaziergang einmal über die Brücke und schwupps ist der Mops auch schon im Wasser. Nur hinauf kommt er nicht. Ein paar Schritte weiter und die Hunderunde ist zu Ende. Am Abend wird es empfindlich kalt und wir sitzen mit dicken Jacken vor dem Nugget und geniessen einen Sundowner. Abendbrot wird im Van gegessen. Abends noch auf amazon prime einen skurilen Film über Midsommer in Schweden angesehen.

Den nächsten Morgen beginnen wir mit einem ausgiebigen Frühstück bei strahlendem Sonnenschein. Direkt am Campingplatz liegen diverse Wanderweg in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Längen. Unser Weg eine einfache 1,5 stündige Route ans Ende des Sees. Der Weg führt oberhalb der Straße und liegt mitten in der Sonne. Nach den ersten Metern ist dem Mops schon warm und der extra für diese Tour angeschaffte Tragerucksack kommt zum Einsatz. Am Anfang noch wiederspenstig sitzt Ferdinand in diesem und mit zunehmender Länge der Tour dann auch entspannt. Denn wir haben uns entschieden nicht den gleichen Weg zurück zu gehen, sondern einmal den Plansee zu umrunden. Die gegenüberliegende Uferseite bietet genügend Badestelle für die Hunde und so kommen wir nicht nach 4 Stunden sondern erst nach 5 Stunden zurück am Campingplatz Sennalpe an.

Ich vermute wir sind nicht denoffiziellen Weg gegangen, denn manchmal war es nicht mehr als ein Trampelpfad. Lotti, die französische Bulldoggendamen ist 85% des Weges alleine gelaufen. Alle waren am Abend ganz schön müde und das Abendbrot war redlich verdient.

Fazit Österreich: die nehmen das mit den Corona-Maßnahmen nicht ganz so ernst.

Rovereto – Italien

Langsam sollte es in Richtung Italien gehen. Der Stellplatz in Rovereto war als Zwischenstopp geplant. Diemal über nicht mautpflichtige Straßen. Die Landstraße in Richtung Reschenpass war durch Bauarbeiten für den Verkehr gespeert und so durften wir ein Stück über die eigentlich zu bezahlenden Autobahn fahren.

Italien begrüßte uns mit stvrahlendem Sonnenschein, der schnell die Innentemperatur auf knapp 30 Grad stiegen ließ. Da wir ganz früh am Morgen aufbrachen und das Frühtsück schwedische Pancakes auf einem Parkplatz zubereiteten, um nicht im Dunkeln auf dem Stellplatz anzukommen, verschoben wir das Einkaufen bis an den Zielort. Allerdings hier einen Suprermarkt zu finden war nicht ganz so einfach. Der SparMarkt lag an einer viel befahrenen Straße und war komisch zu erreichen. Die Vorräte aufgefüllt und ab zum Stellplatz direkt am Stadion. Durch Corona war die Anzahl der verfügbaren Stellplätze halbiert und einige durch Camper belegt. Den Nugget parkten wir zum Auskühlen auf einen Schattenplatz und hatten durch die Verknappung viel Platz.

Wäre es nicht so warm gewesen, hätten wir die Hunde im Auto gelassen und eine Stadtbesichtigung nebst Restaurantbesuch wäre möglich gewesen. So blieben wir auf dem Platz, lauschten noch dem Training der Fußballjugend von Rovereto und gingen früh ins Bett. Verkehslärm wiegte uns in den Schaf. Für einen kurzen Zwischenstopp ist der Platz mehr als okay. Die Wetterprognose verhieß Sonnenschein und schweißtreibende Temperaturen. So beschlossen wir via mautpflichtiger Autobahn zum nächtsen Zielort zu rollen. Vorher noch im riesigen und gut ausgestatteten Aldi für die nächsten zwei Tage Lebensmittel gekauft und ab ging es in Richtung Scarperia e San Piero, Toskana.

Toskana – Italien

Kurz nach zwei Uhr trafen wir auf dem Campingplatz Village Mugello Vrede in der Toskana ein und bezogen für die nächsten 1,5 Tage Quartier. Freie Platzwahl und nur 35 € für zwei Personen, Wohnmobil, Hunde und Strom. Obwohl nicht mehr alle Sanitäranlagen geöffnet sind, ein fairer Preis zumal man im Pool hätte schwimmen gehen können. Wandern, einen See (nach dem Plansee sind wir ein wenig verwöhnt) oder Beusch von Florenz wäre die Aktivitäten, die hier zur Auswahl ständen, wäre es nicht sonnig und 30 Grad warm. So verbringen wir einen Kreativtag auf dem Platz und überlegen wie die weitere Route aussehen soll, denn dass Wetter soll die nächsten Tage durchaus sonnig bleiben. Finden wir zwar gut, aber für die beiden Plattschnauzen ist das Wetter nichts. Also werden wir eine Mammutetappe von 5 Stunden in Angriff nehmen und zum südlichsten Punkt nach Barrea fahren. Dort ein paar Tage verweilen und dann wieder langsam in Richtung Norden tingeln.

Barrea – Italien

Als wir abreisen, treffen immer mehr Motorsportbegeisterte aus ganz Europa am Platz ein. Denn an Wochenende vom 11. – 13.09.2020 findet der große Preis der Toskana statt. Der Wecker klinget bereits um 6.30 Uhr. Ein Joghurt mit Ananas, dazu frisch gemahlener Kaffee , ein kuzres schnelles Frühstück, damit wir schon möglichst weit sind, wenn die Mittagssonne das Innere von Jaques wieder auf 30 Grad und mehr erwärmt. An der Mautstation das Ticket gezogen und den Tempomat für nächsten 400 Kilometer auf 100 km/h eingestellt. Stunden um Stunden vergingen. 40 Kilometer vor Barrea ab von der Autobahn, an der Mautstation für die Strecke 33,20 € bezahlt und jetzt noch eine Stunde Fahrt. Für knapp 40 Kilometer ganz schön lange. Warum diese Zeitangabe korrekt war, sollten wir noch später erfahren. Eigentlich mussten wir noch für die nächsten Tage einkaufen, aber den ersten größeren Supermarkt ließen wir links liegen, es kommt noch bestimmt der eine oder andere. Dem sollte nicht so sein. In Serpentinen schlängelte sich die Straße weiter in Richtung Ziel. Die kleinere Einkaufsläden entlang der Straße hatten mittags geschlossen. So mussten wir einmal den Berg runter und im nächsten Ort einen Einkaufsladen suchen. Unsere Großkotzigkeit den ersten Markt nicht anzufahren, büssten wir mit einer Stunde mehr Fahrzeit.

Den Stellplatz bezogen wir dann erst gegen 16.00 Uhr. Ankommen war angesagt. Anfangs ein wenig enttäuscht, dass kein Blick auf den See, aber so haben wir das ganze Areal für uns. Es ist fast wie Freistehen in der Natur. Der Betreiber des Platzes ein Unikum vom Lebem gezeichnet aber mit 77 Jahren nicht lebensmüde und noch sehr geschäftstüchtig. Die nächsten vier Nächte, verbrachten wir auf dem Camping La Genziana. Nach einem normalen Frühstück mit allem, gelüstete uns nach Bewegung. Auf der tags zuvor abfotografierten Karte hatten wir uns eine Strecke zum nächst höher gelegene See ausgesucht. Pasetta, der Betreiber vor der Schranke sitzend, riet davon ab. Es seien zu viele Menschen an einem Sonntag unterwegs. Besser wäre es, wenn wir ein Route auf der anderen Seite des Sees nehmen. Erst einmal 1 Kilometer vom Campingplatz entlang der Straße zum Anfang der Wanderung. Der Mops im Rucksack und die Bulldoggendamen hechelnd an der Leine. Gleich an der ersten Quelle fand Ferdi zielstrebig vorbei an Wandersleuten aus Insbruck den Weg ins nicht gerade fließarmes Gewässer. Der Weg führte durch kühlen Wald mit Blick auf den See und vorbei an einer zweite Quelle. Wir folgen dem Ratschlag von Pasetta nicht und gehen auf den ausgeschilderten Weg I2 und I3 zurück zum Campingplatz. Diesseits des Sees gibt es leider keine Möglichkeit anders zum Stellplatz zu kommen, als entlang der Straße. 3 Kilometer Anstieg machten uns ganz schön zu schaffen. Nach 4,5 Stunden waren wir endlich wieder zurück. Erschöpft aber glücklich grillten wir abends noch Salsicca. Kurz vor halb zehn lagen wir müde im Bett.

Am nächsten Morgen wachten wir früh auf, was aber nicht ein Garant dafür ist, dass wir auch entsprechend früh los kommen. Vor Jahren, als die beiden Vierbeiner uns noch nicht begleiteten, hatten wir mal die Idee zu Fuß durch die Abruzzen zu wandern. Aus dieser Zeit haben wir noch den Reiseführer “Wilde Wege, stille Dörfer”, der uns jetzt auch begleitet. Zwei Wanderung hatten wir uns ausgesucht. Von Vialette Barrea hinauf zum Rocca Chiarano und von Civitella Alfredena durch das Valle di Rosa über die Pässe Cavuto und Forca Resuni zurück zum Ausgangsort. Die zweite Variante schien für uns und die Hunde die bessere Wahl zu sein. Schon zu Beginn der Tour ging es knapp eine Stunde über Geröll aufwärts in einen Buchenwald. Von der Ostseeküste kommend bereitet uns der steile Anstieg und die Höhe ein wenig Probleme. Aus 1,5 Stunden zum unter naturschutzstehende Hochtal wurden dann 2 Stunden. Wir hatten Glück, denn in der Hochsaison ist dieser beliebte Weg nur an ausgewählten Tagen und mit einem Guide möglich. Zum Glück hatten wir den 14. September, einen Tag nach Beendigung der Beschränkung. Kurz unter dem Pass Cavuto überlegten wir, ob wir die Tour fortsetzen oder umkehren. Wir entschieden uns das Letztere. Schade, denn wir waren schon soweit gekommen.

Um 17.30 waren wir völlig geschafft am Auto. Lief Ferdi am Tag zuvor noch gut 60% der Strecke, saß der diesmal den größtenteisl im Sack. Ganz bestimmt ist es der ersten Mops, der das Hochplateau betreten hat. Lotti, die französische Bulldogge, hat den Weg komplett alleine gemeistert. Wie waren überrascht welche Power in ihr steckt. Auf den Rückweg zum Campingplatz kauften wir noch im Mini Market in Barrea ein. Wieder gingen wir früh ins Bett, diesmal vor Erschöpfung. Der letzte Tag ist ein Kreativtag, den wir mit Schreiben, Bildbearbeitun, Lesen und Abhängen verbringen während Wasserflugzeuge den Anflug auf den Lago di Barrea eins ums andere Mal üben.
Am Mittwoch verlassen wir den kleinen Campingplatz mit seinem ganz speziellen Inhaber und wollen eine Nacht auf dem Campo Imperatore verbringen. Zwei Stunden Fahrt zeigt das Navigationsystem an. Die Strecke zum Supermarkt kennen wir von der Anreise. Diesmal kaufen wir im Orsini ein. Ein gut ausgestatter Markt, preislich ähnlich Edeka. Sogar mit einer Fisch- und Fleischfrischetheke. Für die nächsten zwei Tage haben wir eingekauft.

Campo Imperator – Italien

Ab zum Imperatore. Tempomant an und wir rollen durch die kleinen Dörfer der Abruzzen, die sehr zerstreut liegen. Die Straße ist super kurvig und vor uns kriecht ein LKW, hält den kompletten Verkehr auf. So rollen wir durch eine Landschaft, die an die USA erinnern. Die Sonne scheint vom blauen Himmel. Nur die in regelmäßigen Abständen steckenden Stangen für den Winter, verraten das es eine Menge Schnee geben kann. Wir stehen vor einer roten Baustellenampel. Als sie auf Grün springt nutze ich die Chance, um den im Schenkentempo dahinrollenden LKW zu überholen. Ab dann benutze ich die Motorbremse und der Nugget rollt abwärst. Auf einmal ist unser Nachtbar vom letzten Stellplatz hinter uns. Ich verpasse die vorgeschlagene Abfahrt und nehme eine Alternative. Der Weg führt über eine eigentlich verbotene Straße in Richtung Campotore. Wieder einmal schlängeln wir uns über Serpentinen Höhenmeter um Höhenmeter nach oben. Die Zeit verrinnt. Plötzlich haben wir die Baumgrenze erreicht und fahren durch ein Hochtal. Gigantisch schön. Kühe laufen frei um. Wenig Menschen.

Im Hintergrund die Berge. Vereinzelt stehen Camper in freien Landschaft. Uns zieht es zum Gipfel. Kurz unterhalb der Bergstation eine Biglietteria. Wir konnten passieren und sollen oben seinen Kollegen suchen, um die Gebühren zu entrichten, denn für Camper gebe es unter keine Tickets mehr. Am Parkplatz angekommen, suchten wir vergeblich den beschriebenen Kollegen. Die Bergstation strahlte einen typisch italienischen Flair aus. Und auch unser Nachbar war am Berg angekommen. Im Gegensatz zu uns hatte er 8 € Gebühr entrichtet. Neben verfallenen Bauruinen, beleben fahrenden Händler sowie eine an Apréski erinnernde Musik lockt die Besucher an den Stand. Es fängt an zu regnen. Noch höher zu wandern, fehlt uns mit den Hunden die Begeisterung. Obwohl es cool gewesen wäre, hier oben zu nächtigen, entschließen wir weiter zu fahren. Bin ein wenig genervt, wegen der Tristesse hier und dem eigenwilligen Kopf des Mopses. Dann übersehe ich einen kleinen Absatz und schon stürze ich nebst Mops und Kamera auf die Knie. Nun sind beide Beine mit Schürfwunden gepflastert. Im Tal soll es einen Stellplatz für neun Camper geben, aber den finden wir nicht. Auf dem riesigen Parkplatz beratschlagen wir.

Lago Camposto – Italien

Neues Ziel Lago die Camposto. Eine Stunde Fahrzeit für 40 Kilometer. Wieder schlängeln wir uns über Nebenstraße zum Ziel. Geniessen dabei die großartige Landschaft. Leider hat der ins Auge gefasste Campingplatz geschlossen. Da wir nicht die einzigen sind, die diesen anfuhren, entschließen wir heute mal frei zu stehen. Den ersten Platz verwerfen wir aufgrund des Windes. Fahren die immer schlechte werdende Straße weiter und finden ein Platz mit tollem Blick auf den See. Anfänglich stehen in der Nachbarschaft noch zwei Camper. Die fahren aber mit abnehmender Sonne. So stehen wir komplett alleine. Die Stühle stehen vor der Tür und geniessen leckere Anti-Pasti. Halbwilde Pferde grasen unterhalb des Campers. Wir blicken auf den See, die Berge und hören Vögel unter am Wasser plantschen. Später am Abend sind die Pferde unmittelbar am Camper und lassen sich beim Grasen nicht stören. Hin und wieder fährt noch ein Auto vorbei. Nachts wird es ganz still.

Gegen 7.00 Uhr sind wir wach. Sehen die Sonne über dem Grand Sasso Massiv aufsteigen. Sitzen in der Schiebetür und essen French-Toast. Dazu ein handgemahlener Kaffee. Das ganze mit Blick auf einen See auf dem Nebelschwaden langsam aufsteigen. Hinter Camposto wollen wir ein wenig wandern. Kurz hinter dem Kilometerstein 16 finden wir einen kleinen Picknitzplatz, an dem auch Wanderwege beginnen. Der Weg führt anfangs noch über eine kleine Zufahrtsstraße, dann vorbei ein üppigen Farnen und über eine Graslandschaft hinauf in einen kühlenden Buchenwald. An einigen Stellen bietet der Weg einen grandiosen Blick auf den riesigen Stausee.

Ceppo – Italien

Nach drei Stunden fahren wir in Richtung Castelli. Einem malerischen Bergdorf, bekannt für seine Keramik. Der kleine Stellplatz spricht uns nicht an. Eigentlich wollte Susanne eine Runde durch den Ort drehen und Andenken kaufen, aber irgendwie toucht mich diesmal Castelli nicht. Es bleibt bei einer Runde mit Nugget durch den Ort. 60 Kilometer in die andere Richtung hinein in die Abruzzen. Im Internet fand ich ein Campignplatz, der von der Beschreibung recht nett aussah.

Knapp 2 Stunden fuhren wir, da wir unseren Rat von Beginn der Reise nicht befolgten, den ersten Supermarkt anzufahren. So veruschten wir unser Glück in einem kleinen Bergdorf, in dem es laut Google einen Alementari geben sollte. Nichts war. Zurück nach Teramo und einen ersten Supermarkt gesucht. Lebensmittel eingekauft und nochmals in Serpentinen höher höher und höher gefahren. Laut Internet sollte der Platz eigentlich aufhaben. In Zeiten von Corona weiß man aber nicht. Tatsächlich er hat auf und wir sind die nicht einzigste Camper. Ein italienisches Wohnmobil steht auf dem Platz. Dieser wirkt auf uns im ersten Moment recht skuril. Ganz anders, wie wir es gewohnt sind. Die Stellplätze für Camper-Vans sind in einer Art Rondell angelegt, direkt mit Blick auf eine Alte Buche mit Sitzplätzen darunter. Quasi auf dem Silbertablet. Da ich keine Lust habe, eine neue Location anzusteuern bleiben wir zwei Nächte. Irgendwie ganz eigenartig die Gegend.

Muß aber ein absolutes Wander- und Pilzsuchgebiet sein. Ein großer Parkplatz sowie ein für die Abruzzen großes Restaurant, in Bayern würde man Biergarten sagen, zeugen davon. Wir haben lange geschlafen, obwohl ich mich in den Morgenstunden eher an eine befahrene Kreuzung wähnte, als mitten in einem Nationalparkt zu stehen. Ceppo scheint bekannt für sein Pilzreichtum zu sein und die Italiener haben eine geniale Einnahmequelle gefunden. Normalerweise ist privater Autoverkehr im Nationalparkt verboten, aber durch den Kauf einer Einfahrtgenehmigung, werden Name, Autotyp und Kennzeichen aufgeschrieben und man darf zu seinem Lieblingsrevier fahren. Morgens herrschte ordentlich Andrang an der kleinen Bezahlstation. Wer Italiener kennt, weiß das es nicht gerade leise zugegangen ist. Aus der Dachlucke konnte ich zwei mittelalte junge Männer beobachten, die dem Wachhabenden Stolz ihre Funde prästentierten. Einer hatte zwei große Steinpilze gefunden. Bei dem Krach konnte man ja nicht schlafen und so kuschelten wir uns in unsere Betten. Gefrühstückt haben wir dann bis gegen 12.00 Uhr. Ein ordentliches Frühstück Germania. Danach folgtem wir einem Wegweiser, der direkt vor dem Campingplatz stand. Leider kein Rundweg, sodaß wir nach 2 Stunden den Rückweg antraten – wie wir am nächsten Tag erfuhren, hätten wir, den anderen Weg nehmen sollen. Beschwerlicher aber ein Blick über alle Berge der Abruzzen und sogar der Adria. Ein Wanderweg auf dem man Autoverkehr achten muss. Typisch Italienisch. Während ich diese Zeile schreiben, füllt sich der Platz langsam.

Martinsecuro – Italien

Wirklich ein ganz spezieller Ort. Wir verlassen Ceppo am Sonntag. Lassen Grauwasser ab. Die Anfahrt an die Abwasserstation war schon eine wilde Kurbellei. Ohne die Hilfe des Betreibers nicht machbar. 1 Stunde ging es dann bergabwärts zum Shopping Center Grand Sasso Shopping. Die Mall fanden wir vor Jahren echt gut. In 2020 vielleicht bedingt durch Corona und keinen Schattenplatz für unseren Jaques huschten wir durch die Mall. Der Charme hatte nachgelassen. Auch hier haben die billigen Bekleidungsläden Einzug gehalten. Ein Kuriosum gab es dann noch – Einksaufswagen für Hunde. Im Supermarkt durften wirklich Hunde mit rein. Typisch Italien. Nach knapp zwei Stunden erfolglosen Shoppen, begrüssten uns die Hunde im noch kühlen Van. Jetzt erst einmal die Einkäufe verstauen. War irgendwie mehr als sonst. Dann noch einen Stellplatz in der unmittelbaren Nähe suchen und den Rest des Tages geniessen. In knapp einer halben Stunden Entfernungen sollte es einen Stellplatz geben. Das Navi hatte wieder den Abenteuer Modus eingeschaltet und führte uns über eine landschaftlich schöne Strecke Richtung Meer. Allerdings fanden wir keinen Weg zum Stellplatz. Das Problem war, dass dieser direkt am Meer aber hinter Eisenbahngleise lag und es nur ganz wenige Unter- und Überführungen gibt, die wir nutzen konnten. Nach etwas über eine Stunde hatte ich keine Lust mehr.

Eine Alternative musste her. Das Problem es gab viele Campingplätze, die aber schon das Saisonende eingeleitet hatten. Susanne fand einen kleinen Platz der laut Beschreibung noch offen hatte. Aus 30 Minuten wurden dann 2 Stunden. Das ganze bei 28 Grad Außentemperatur. In Martinsecuro drehten wir eine extra Runde, da wir an der Einfahrt vobei rollten. Eigentlich hätten wir nur eine Nacht bleiben können, da am nächsten Tag auch hier Saisonende ist. Am frühen Abend kam der Senior vorbei und gestattete uns noch eine weitere Nacht anzuhängen. Zwischenzeitlich hatte sich der Platz noch mit zwei weiteren Mobilen gefüllt.

Am Sonntag Abend erlebten wir, aber Kuschelcamping. Wirklich der ganze Platz war frei und ein Italiener stellte seinen Camper direkt vor uns. Vorbei war es mit Blick auf das Meer und die Promenade. Zum Glück wollten wir sowieso am nächsten Tag abreisen. Den Sonntag verbrachten wir unter alten Bäumen und liessen uns von den Fliegen belästigen. Susanne ging mit beiden Hunden ans Meer. Die Französin hatte Spaß, während der Mops Altersstarsinn bewieß. Am Abend gingen wir alleine an den Strand und badeten in der Adria. Am Abend kam Skotti zum Einsatz. Dann verbracht wir den restlichen Abend wir vor dem Van. Am nächsten Tag sollte es nach Südtirol gehen.

Montiggl – Südtirol


Der Wecker des Handys klingelte um 6.30 Uhr. Zweimal die Snooze-Taste gedrückt. Dann frühstücken, etwas sporadischer an einem Fahrtag. Geschaut, ob die Stühle nach dem Regen der Nacht sowie die Handtücher nicht allzu feucht geworden sind. Mit den Hunden einmal an den Strand . Verweigerte Mops Ferdi gestern noch das Bad in der Adira, genoß er den menschenleeren Strand und ging freiwillig 3x baden. Die restlichen Sachen verstaut und dann ging es auf die längste zusammenhängende Tour Richtung Norden. 500 Kilometer lagen vor uns. Dafür bezahlten wir italienische Mautgebühren in Höhe von kanpp 43 Euro. Ziel war der Campingplatz Montiggl in Eppan. Die Wetterprognosen waren im Vergleich zu den letzten zwei Wochen nicht berauschend, aber immerhin noch so gut, dass wir einen Tag Pause zum Wandern einlegen.

Ein echt schöner moderner Platz mit vielen Wanderwegen unmittelbarer Nähe. Aber der Charme der altenPlätze aus den Abruzzen fehlt. Richtig lang geschlafen haben wir nicht, dafür ausgiebig gefrühstückt. Während die übrigen Camper sich auf E-Moutainbikes und Rennräder schwangen, saßen wir immer noch am Frühstückstisch. Gegen 13.00 Uhr machten wir uns dann auf in Richtung kleiner und großer Montiggler See. Der kleinere 29 Minuten Fußmarsch von Platz entfernt, der zweite 40 Minuten. Hätte also eine nicht solange Wanderungen werden können, aber wir umrundeten beide See. Gegen 16.00 Uhr waren wir vier wieder am Nugget, dessen Heizung wieder einmal spinnt und der Umgebung kundtut, dass wir einen neuen Pabst haben.

Mal sehen, vielleicht einfach mal länger laufen lassen, damit Sie sich richtig frei brennt. Das Restaurant ist hier beinahe jeden Tag ausgebucht. So haben wir noch schnell einen Platz reserviert, als wir auf der Terrasse ein Spritz Aperol tranken. Die Hunde sind beide von der Wanderung echt geschafft. Morgen versuchen wir mal ohne über Mautgebühren durch Österreich in Richtung Bayern zu kommen. Irgendwie sind die 3 Wochen im Nu verflogen und wir können gar nicht glauben, dass wir im letzten Drittel sind.

Andechs – Deutschland


Die Fahrt nach Bayern war abenteuerlich. Vor der letzten Mautstation auf italienischer Seite 8 Kilometer Stau. Sind in Sterzing abgefahren und nutzten die alte Brennerstrecke Richtung Deutschland. Klappte soweit auch ganz gut, bis kurz hinter Insbruck. Da merkte man zum ersten Mal die fehlende Pferdchen unter der Motorhaube des Nugget. Teilweise im ersten Gang ging es den Berg hinauf. Schön wenn mal der Anfang eines Stau ist. Für 175 Kilometer haber wir satte 5 Stunden benötigt. Ziel war das Kloster Andechs. Tatsächlich konnten wir im Biergarten noch ein Helles trinken.

Den Nugget parkten wir zwischen zwei Kastanien auf dem großen Stellplatz, denn auf dem ausgewiesenen Wohnmobilplatz war es uns einfach zu eng. In der Nacht regnete es leicht und am nächsten Morgen war der Himmel noch grau in grau. Nach einem ausgiebigen Frühstück, fuhren wir erst einmal in ein Outlet für Trachtenmode, bevor wir uns den Stellplatz in Dießen am Ammersee sowie einen Campingplatz ansahen. War man in Italien noch bemüht die Abstandsregel auch auf den Campingplätzen einzuhalten, war das in Deutschland eher unüblich.

Dießen – Deutschland

Letztendlich haben wir uns für den Wohnmobilplatz an den Bahngleisen entschieden. Wir bummelten in mopsmäßiger Geschwindigkeit über die Promenade und durch Dießen. Als wir zurück am Nugget waren, fing es tatsächlich an zu regnen. Der Regen hörte die komplette Nacht nicht auf. Selbst am Morgen regnete es immer weiter. Da die Wetteraussichten für den nächsten Tag nicht viel besser waren, entschieden wir in Richtung Norden aufzubrechen. Letztendlich sind wir dann durchgefahren. Bis auf einen quälenden Stau in Augsburg kamen wir super voran.


Nun sind wir einen Tag im herbstlichen Norden angekommen und planen schon unsere nächste Reise.

Fazit der Herbstour: Abruzzen sind echt geil, die Solaranlage funktioniert wieder, das Essen in Montiggl super, Wetter schön warm. Anders gesagt einfach genial.

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