Austria, France oder Italy?

Bamberg
Heute ist der zweite Tag unsere 15tägigen Mai-Tour mit Jacques. Eigentlich hatten wir geplant in Richtung Frankreich Haute-Provence-Alpes zu fahren. Es kam anders. Österreich sollte es werden, weil wir spontan Karten für ein Wanda-Konzert in Kufstein gekauft hatten. Eine Alternative, die uns nach Frankreich führen könnte ist auch im Gepäck, für den Fall das der Himmel nicht so blau ist, wie unser Goldstück. Um bei knappen Zeitbudget in den Süden zu gelangen, muß man zumindest am ersten Tag etliche Kilometer auf der Autobahn verbringen. Aufgestanden mit den ersten Weckruf des Hahnes und uns dann ganz viel Zeit gelassen. Start gegen Mittag. 600 Kilometer Autobahn lagen vor uns. Erster Zwischenstopp Bamberg. Wer kann ahnen, dass gerade an diesem Wochenende Petrus den Sommer einläutet. Nach drei Stunden Fahrt zeigte das Innenthermometer satte 31 Grad. Kurzzeitiges öffnen des Fenster in den doch zahlreichen Baustellen, kühlten den Backofen auf 27 Grad herunter. Gegen 17.30 erreichen wir Bamberg. Pfingsten hatten wir in unserer Planung für die Austria-Tour berücksichtigt und entsprechend Plätze reserviert. Außer Acht gelassen hatten wir aber Himmelsfahrt. So war der Stellplatz in Bamberg mit großen und kleinen Weisswändern komplett zu geparkt. Ein alter grüner Bully hat sich dazwischen gedrängt und war der einzigste Farbklecks. Glücklicherweise traf  kurz vor der Abfahrt der Reiseführer Landvergnügen ein. Ein Pendant zu France Paisson. Im Landvergnügen sind Stellplätze auf Bauernhöfen, Weingütern etc. vermerkt, auf denen man als “Mitglied” frei stehen kann. Die meisten bieten einen Verkauf von regionalen und selbst hergestellten Produkten an. Man muss nichts kaufen, was wir persönlich nicht fair finden. Daheim hatte ich mir schon zwei Alternativen zum klassischen Stellplatz in Bamberg herausgesucht. Da wir uns in der Bierbrauregion Deutschlands aufhalten, zwei Haltepunkte bei Brauereien.

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Die Wahl viel dann auf die Aufsesser Brauerei in Aufsess. Die Fahrt führt durch die für die Region typisch kleinen Dörfern und die Straße windet sich auf 18% Steigung kurvenreich. Aufsess ist ein kleiner niedlicher Ort mit besagter Brauerei und einem Brauerrei Gasthof. Der geschotterte Stellplatz liegt vor dem eigentlichen Werksgelände an einem kleinen Weiher und einer Wiese voller Löwenzahn. Da die Temperaturen auch kurz vor 18.00 Uhr für eine französische Bulldogge und einen Mops im Sommerkleid über den persönlichen Wohlfühlgraden liegen, musste als Premiere das Sonnensegel mit Saugknöpfen an der Außenhaut des Fords befestigt werden. Ich persönlich fand die Aktion für die begrenzte Zeit übertrieben, aber wenn Frau sich etwas in den Kopf gesetzt hat, sollte man des lieben Friedens willens sie darin unterstützen. Nachdem die Hunde gegen 20.00 Uhr ihr Abendbrot bekammen, machten wir uns eine halbe Stunde später auf den kurzen Weg zum Brauereigasthof. Wir entschieden uns aufgrund der Lautstärke für einen Platz im Inneren. Die Wirtschaft war neben dem Biergarten an einem Samstag sehr gut besucht Obwohl wir uns versuchen vegan zu ernähren, landete an diesem Abend Fleisch auf den Tellern. Susanne entschied sich für einen Brauerei-Brotzeit und ich mich eigentlich für ein Schäufle, ein Gericht welches an diesem Abend schon aus war. Also blieb mir der Schweinebraten in Biersauce mit Knödeln und Wirsingstampf. Und nun ratet was der ganze Spaß inklusive 4 halben Litern Bier gekostet hat. Keine 50zig, keine 30zig sondern ganze 22.00 Euro ohne Tipp. Dabei waren die Portionen richtig sättigend. I like.

Bernau
Der Internetempfang in Aufsess ist eine Katastrophe zumindest was unseren Provider betrifft. Der Deal war, dass wir uns nach Bamberg entscheiden, ob es in Richtung France oder Austria geht. Nach einer gefühlten Ewigkeit erschien die Wetterprognose. In beiden Orden das gleiche durchwachsene Wetter und so entschieden wir uns für Österreich. Aus Landvergnügen hatte ich mir einen Stellplatz auf einem Biolandhof am Chiemsee herausgesucht. Direkt neben dem Kuhstall (oh sorry die Kühe befinden sich ja direkt hinter dem kleinen Erdwall vor uns), im Stall sind zur Zeit nur die Stiere, stehen wir jetzt. Tagsüber haben wir einfach mal nichts getan und einfach auf die Berge, die Wolken oder in den Kuhstall geschaut.

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Dabei Bier getrunken, dass die Gastgeber im SB-Kühlschrank schön kalt gestellt haben. Abends sind wir mit beiden Hunden noch eine kleine Runde gegangen und die Wuffs haben ein abkühlendes Bad in einem kleinen Bächlein genommen. Gerade liegen beide hier glücklich und schlafend in ihrem Bettchen, während aus dem Kuhstall ein bäuerlicher Duft rüber weht. Zum Frühstück hat unser Gastgeber angeboten, ein Frühstück mit Köstlichkeiten aus der eigenen Produktion zu zubereiten. Der Hof hat sogar einen Hausschlachter, der Kaninchen und Schweine, beide hatten ein glückliches Leben, zu Wurst und Fleisch verarbeitet. Das warme Wetter und die halben Liter Bier bereiten ein angenehme Bettschwere. Kurz vor 22.00 Uhr verschwanden wir vier ins Bett. Geschlafen haben wir wunderbar. Gegen 6.00 Uhr in der Früh war ich wach. Schnappte den Mops und ging auf dem Chiemsee-Rad-Wanderweg in Richtung Bernau spazerien. Ich liebe diese morgendliche Stimmung, wenn Stadt, Land oder Dorf noch nicht wach ist. Um 9.30 Uhr gab es auf dem Sepp’n Bauernhof, der nur von Frauen geführt wird, ein opulentes biologisch zubereitetes Frühstück. Mit echter Kuhmilch, gestampfter Butter, selbstgemachter Marmelade, Eiern von eigenen Hühnern. Ein gelungener Start in den Tag. Am Ende haben wir die nicht aufgegessene Wurst, Käse als Wegverpflegung mitbgekommen.

Altaussee  – Camping Temel
Unser nächstes Ziel liegt im Urlaubsland Österreich und etwas über zwei Stunden Fahrzeit entfernt.  Wir versuchen uns in Österreich nicht auf den bezahlpflichtigen Autobahnen zu bewegen, sondern bevorzugen die kleinen Landstraßen. Der Grenzübertritt erfolgte problemlos und wir schlängelten uns im Schneckentempo durch Salzburg. Die Fahrt führte durch das Salzkammergut entlang des Wolfgangsees. In der Mittagszeit sind wir auf dem herrlich ruhigen ländlichen Campingplatz angekommen.

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Den Wagen schön weit weg von den anderen geparkt. Wir schauen direkt auf die Berge. Oder anders gesagt, wir sehen die Sonne über den Wipfeln auf- und untergehen. Obwohl hier im Ort und auf den Platz Leinenpflicht herrscht, sehen es die Einheimischen scheinbar nicht so eng. Laut Google liegt der Altaussee angeblich nur 700m von unserem Stellplatz entfernt. Gegen 16.30 Uhr machen wir uns mit den Hunden auf den Weg. Nach 1,5 Stunden waren wir wieder zurück. Haben tolle Häuser gesehen, nette Einheimische kennengelernt und einen tollen Spaziergang unternommen. In der Zwischenzeit hat sich unser Sonnensegel verabschiedet und ist dann auch gleich in der Alubox gelandet. Susanne steht in der Küche und es gibt ein norddeutsches Festmahl. Labskaus aus der Dose mit Chiemgauer Biogurken und Spiegelei. Und das auf einen Campingplatz in Austria. Wenn  ihr das riechen könntet. Ein Tag der Ruhe gönnen wir uns. Laut Wetterbericht von Meteoblue soll heute im Laufe des Nachmittags Regen aufziehen. Die Zeit bis dahin verbringen wir draußen und genießen, dass gerade 5 Wohnmobile noch Vor-Ort sind, bevor wir wieder auf Tour gehen. Irgendwas hat mich in der Nacht dermaßen Schnarchen lassen, dass Susanne sich überlegte vor der Tür zu nächtigen. Ich und die Hunde haben davon nichts mitbekommen. Durch unser Dachheki konnten wir in den dunklen Himmel schauen, an dem tausende Sterne funkelten. Grandios. Jedenfalls haben wir ausgiebig geschlafen und nach einer Runde mit dem Mops, gab es dann unser klassisches veganes Frühstück. Dabei habe ich festgestellt, dass das Ladegerät für das Notebook die Reise nicht mit angetreten hat und wir jetzt schauen müssen, ob in einem österreichischen Fachmarkt ein Ladegerät zu bekommen ist. Ansonsten bleibt das Chromi einfach aus.  Nicht so tragisch.

Irgendwann nach Mitternacht hörten wir einen lauten Knall. Kurz darauf heulten Sirenen. Was mag das wohl gewesen sein. Ein Blick in den Himmel und wir schliefen wieder ein. Am nächsten Morgen fragte Susanne den etwas müden Platzwart. Bekam zur Antwort, dass am frühen Morgen beim Beladen ein Transporter explodiert sei und er sowie die restliche Feuerwehr ausrücken mussten. Die Wetterprognose sagt für den späten Nachmittag eine 50% Regenwahrscheinlichkeit voraus. Nachdem wir am Tag zuvor eine kleine Runde um den Altaussee gegangen waren, entschlossen wir uns für den Rundweg um den Platten Kogel. Das der erste Steckenabschnitt in eine Lena-Gebirgs-Trophy ausartet, war nicht geplant. Lena meisterte Stock und Stein hervorragend. Auf halber Strecke in Höhe der alten Seevilla wurde im glasklaren Wasser gebadet. Übrigens wurde in der Region um den See Szenen eines neueren James Bond gedreht. Kurz bevor wir unser Goldstück erreichten, fing es an zu regnen. Noch trockenen Fußes erreichten wir das Heim auf vier Rädern. Den Abend verbrachten wir dann mit schauen einer DVD. Schliefen gegen 21.00 Uhr ein. Infolge des Müßiganges am Tag zuvor und des frühen zu Bettgehens, waren wir bereits gegen 7.00 Uhr wach. So konnte ich, obwohl der Mops keine Lust verspürte einen Morgenspaziergang zu unternehmen, den Nebel über dem Tal aufsteigen sehen. Grandios. Einmal Duschen, Frühstücken und die zwei Tage am Altaussee waren vorbei. Nächstes Etappenziel das historische Dorf Pürgg.

Pürgg
Keine Stunde Fahrzeit entfernt lag Pürgg. Eigentlich der nächste Übernachtungshalt. Auf den Weg dorthin kam uns die Idee auf die Tauplitzalm zu fahren, eine Runde mit den Hunden zu gehen und auf der Alm die Morgensonne aufgehen zu sehen. Wegen Straßenarbeiten konnten wir dieses nicht umsetzen. So fuhren wir weiter nach Pürgg.

Das Dorf ist schön, der Stellplatz in der Vorsaison schön ruhig, aber da der gelobte Gasthof gerade renoviert wurde und der zweite, Ruhetag hatten, entschieden wir nach einer kurzen Rast, in Richtung nächstes Etappenziel zu fahren. Gelandet sind wir auf einen Stellplatz in St. Andrä. Naturcamping Peterbauernhof. Lediglich ein weiteres Wohnmobil stand hier.  Der Weg nach St. Andrä führte mitten durch ein Skigebiet. Hotel, Bar, Sessellift und Kaufmannsladen lagen verlassen da. Der Ort nur auf Kommerz und Halligalli ausgelegt. Da lobe ich mir die Ruhe und Großzügigkeit unseres heutigen Stellplatzes. Es wird Abend und draußen regnet es. Hoffentlich nicht auch morgen, denn dann wollen wir nach Murnau.

 

Murnau oder Botzen / Seiser Alm

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Grauer Himmel begrüßte uns am Morgen. Zum Glück regnet es in den ersten Morgenstunden nicht. Die morgendliche Gassirunde fällt aus, da das Gelände so groß ist, dass der Mops ohne Leine laufen kann. Susanne geht Duschen und ich bereite Frühstück vor. Decke den Tisch draußen. Beginnen zu frühstücken und dann fängt es an zu regnen. Umzug in den Nugget. Meteoblue befragt, wie das Wetter wohl werden wird. Regen den ganzen Tag und auch die nächsten Tage. Murnau somit gestorben. Welche Alternativen bieten sich. Auf der anderen Seite der Berge soll es in den nächsten Tage laut Wetterbericht besser werden. Entschieden haben wir uns dann für Botzen, was über Landstraßen ca. 4 Stunden entfernt lag. Kein Problem, da es begann  sich ein zu regnen. Die Sachen zusammengepackt und bezahlt. Über die alte Brennerstrecke in Richtung Botzen, Campingplatz Seiser Alm. Am frühen Nachmittag kommen wir an. Der Campingplatz ist gut gefüllt, was daran liegt, dass eine 10köpfige Rentnergruppe mit ihren Dickschiffen auf dem Weg zum Gardasee eingekehrt ist. Wir fanden einen schönen Platz in erster Reihe. Der Platz bietet allen nur denkbaren Komfort. Einen Outdoorsalzwasserpool, private Bäder, eine Hundedusche, Trockenraum samt Waschmaschine, ein Restaurant, Streichelzoo, großen Spielplatz, saubere Duschen und WC-Anlagen. Heute Abend wird Geburtstag gefeiert und wir gehen im Restaurant Zur Quelle essen. Sehr sehr lecker! Glücklicher und entspannter kann man einen Geburtstag nicht verbringen.

Der Tag begann leider mit Regen. Also blieben wir erst einmal im Bett. Tranken gemütlich Kaffee und genossen die warme Dusche. Lasen in unserem Kindle. Gegen 14.00 Uhr verabschiedete sich der Regen. Da wir dem Wetter nicht trauten, zogen wir unsere Regenjacken an und machten uns samt Hunden auf den Weg zum Völzer Weiher. Die Beschilderung war etwas verwirrend. Fanden den für den Aufstieg richtigen Weg. Die Luftfeuchtigkeit machten uns zu schaffen und schon nach kurzer Zeit, hatten wir die Regenjacken um die Hüfte gebunden. Nach gemütlichen gegangenen 1,5 Kilometern kamen wir nebst Hunden am Weiher an. Beide Dogs hatten den steinigen, steilen Aufstieg sehr gut gemeistert. Wir vier erholten uns bei einem Weizen und Traubenmost, bevor wir den Rückweg auf einer anderen Route antraten. Lena mit Ihrem Rollwagen ist den Abstieg komplett ohne Hilfe gelaufen. Erschöpft kamen wir zurück zum Nugget. Tatsächlich ließ sich die Sonne noch blicken und so verbrachten wir dann den Abend draußen. Wetterprognose für die nächsten Tage. Sonne satt und sommerliche Temperaturen. So beschließen wir noch die nächsten zwei Tage in Südtirol zu bleiben, bevor wir zurück nach Österreich fahren. Nächstes Ziel ist aber der Mediamarkt in Botzen, um das vergessene Ladekabel zu ersetzen und dann dauerhaft im Campingvan zu belassen.

Kaltern am See – St.Josef
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Gerade mal 30 Kilometer weitergefahren und wir sind in Kaltern am See gelandet. Sideways läßt grüßen. Nach kurzem Zwischenstopp in Botzen mit Besuch des Media Marktes und einem notwendigen Lebensmitteleinkauf, sind wir schlußendlich auf dem Campingplatz St. Josef gelandet. Die beiden Stellplätze direkt in Kalterersee gefielen nicht. Wir hatten Glück relativ früh eingecheckt zu haben, denn dank des Pfingstwochenendes waren viele Parzellen belegt. Zum ersten Mal seit wir den Nugget haben, erleben wir pures Camper Feeling vom Feinsten. Zelte und Kastenwagen bestimmen das Bild. Weißwänder, Dickschiffe und Dauercamper sind in der Unterzahl. Am frühen Abend werden die Gas- und Kohlgrills in der Nachbarschaft angeworfen und das typische Grillaroma wabbert über den Platz. Was uns an diesem Platz begeistert, ist die bunte Mischung von alten VW-Bullies, Caddies mit Outdoorküche, Fahrzeugen mit Dachzelt oder eine Anhänger mit Zelt nebst mobiler Küche. Dazu noch die sauberen Sanitäranlage mit einem Flair der siebziger Jahre. Herrlich. Wenn man den am Himmel hochfliegende Schwalben, Glauben schenken darf, steht für den morgigen Tag ein sonniger Pfingstsonntag bevor. Beim Spaziergang trafen wir den 14 Jahren alten Mops Sparky, nebst seiner 4 Mopsdamen. Wer unseren Mops kennt, der weiß das er mit einer solchen Übermacht überfordert ist. Pfingstmontag geht es zurück nach Österreich und vielleicht sind wir ja wirklich am 21.5. in Kufstein auf dem Konzert. Die Parzelle neben uns, hat Besuch bekommen und es wird erstmal Brotzeit gehalten. Gegenüber und neben uns, wurden Hab und Gut einfach stehen gelassen und zu einem Ausflug aufgebrochen. Am späten Nachmittag werden wir eine kleine Gassirunde gehen. Bis dahin genießen wir die Sonne. Im Vergleich zur Seiser Alm beginnt hier der Tag irgendwie locker 1 Stunde später, erst gegen 8.00 Uhr morgens. Susanne macht eine Runde zum eigenen Steg und trifft Wohnmobilisten, die froh sind einen freien Platz ergattert zu haben. Es sei der dritte Versuch gewesen. Alle waren ausgebucht. Bei Sonne machen wir uns auf zum Kalterer See. Auf dem Wanderweg sind viele Ausflügler und Radfahrer unterwegs. Den Hunden ist warm und wir legen häufiger Trinkpausen ein. Der Ort ist dermaßen überfüllt, dass ich mich gleich an Timmendorf im Hochsommer erinnere. Auf dem Rückweg ist eindeutig weniger los.

Telfes im Stubaital
Die Sonnentage in Südtirol taten richtig gut und wir machen uns auf zum Sonnencamping im Stubaital. Leicht bedeckter Himmel ist ein ideales Fahrwetter. Wieder benutzen wir überwiegend Landstraßen und rollen auf der alten Brenner Autobahn in Richtung Stubaital, Telfes, obwohl die Wetterprognose durchwachsen war. Erst einmal haben wir die Einfahrt zum Campingplatz verpasst, sind in Telfes umher geirrt. Direkt hinter der Therme geht es zum kleinen Platz. Leicht zu übersehen. Eingecheckt und erst einmal trotz Temperaturen von knapp über 10 Grad die Stühle aufgebaut. Am späten Nachmittag wurde es dann immer trüber und es fing an zu regnen. Gegen Abend konnten wir mit den Hunden eine kleine Runde über die Wiesen drehen, wobei beide noch geschafft waren vom gestrigen Ausflug an den Kalterer See. Zurück am Auto machten die Hunde erst einmal ein Schläfchen und wir machten uns auf in das 25 zu Fuß entfernte Flumpes zum Essen. In Telfes hatten wir keinen geöffnete Gastronomie gefunden. Wir streunerten durch Flumpes auf der Suche nach einer Gasstätte.

Lust auf Pizza nein, der Dorfkrug zu teuer und Ruhetag, Huislerstuben irgendwie nicht so unser Ding. Gelandet sind wir dann im Gasthof Jenewein. Genau die richtige Wahl. Die Stube eine Mischung aus traditionellen Intenieur, aufgehübscht mit modernen Dekoelementen. Sehr gelungen. Das Essen total lecker und preislich voll in Ordnung. Schnitzelduo mit Kartoffelsalat 12,00 € und Brennesselnoggeln 9,00 €. Der Rückweg war dann total anstregend, da es fast nur bergauf ging. Nichts für Ostseekinder. So hatten wir das Gefühl, die Biere kalorienmässig auf dem Heimweg verbrannt zu haben. In der Nacht regenete es. Als wir gegen 8.00 Uhr aufwachten, dicke Nebelwolken über dem Berg. Die am Abend angekommenen Norweger, hatten bereits die nassen Zelte abgebaut und waren dabei ihre Fahrt fortzusetzen. 10 Grad waren einfach zu wenig, da die Nachrichten aus der Heimat auch von kühlerem Wetter berichteten. So entschieden wir uns um, und starteten in Richtung nördlichem Gardasee. Sonne und 25 Grad waren die Aussichten. Gleich nach dem Brenner und einem kurzen Stopp im Brenner Outlet Center, bogen wir ab auf die Autostrada. Der kleine Campingplatz in Mitten von Obstbäumen liegt nahe des Zentrums von Arco und ist gut gefüllt. Der Gardasee ist nur 3 Kilometer entfernt. Abends konnten wir draußen sitzen und den Fledermäusen beim Jagen zu sehen, bevor wir ins Bett gehen.

Arco Lago Tenno Limone

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Susanne war als Erste ausgeschlafen. Um sieben Uhr sind wir aufgestanden, haben vor den anderen geduscht und gemütlich im Obstgarten gefrühstückt. Dabei unser Tagesprogramm zusammengestellt. Da sich die Hunde gestern nur wenig bewegt hatten, wollten wir um den Tenno laufen. Für Mops und Bully machbar, zumal es nicht so heiß ist. Danach wollten wir uns noch Orte am Gardasee ansehen. Also brachen wir auch. In zahlreichen Serpentienen kämpften wir uns Meter um Meter höher, durch kleine Bergdörfer. Gestoppt wurden wir von schnaufenden Mountainbikern, die sich den Berg hochquälten. Angekommen, stellten wir das Goldstück auf einer Wiese ab und starteten die Seeumrundung. Zuerst wählten wir den Weg in Richtung Hundestrand. Lena und Ferdi freuten sich und nahmen ein Bad. Danach gingen wir weiter. An der Spitze des Sees führten zwei Baumstämme über einen kleinen Gebirgsbach. Mit Mops noch machbar, aber mit Lena samt Rollator nicht. Wir suchten eine Alternative. An der engsten Stelle konnten wir nach einander auf die andere Seite gelangen. Allerdings mussten wir danach einen sehr steilen Trampelpfad benutzen. Abwärts kommende dynamische Wanderer machten uns keinen Mut. Es sah viel steiler aus, als es im Grunde war. Vereinzelt kamen uns Ausflügler entgegen und wir genossen das Panorama.

Nächster Zwischenstopp und ein Halt für uns Zweibeiner Limone. Durch Viadukte führte der Weg immer darauf bedacht, dass unser 2,85m hohes Goldstück nirgends anstößt. Manchmal ganz schön eng, erst recht, wenn ein Reisebus entgegen kommen. Einen Parkplatz zu finden nicht so einfach. Entweder waren Wohnmobile verboten oder die Halteplätze durch Höhenbeschränkungen nicht befahrbar. Nach etwas Suchen haben wir dann einen Platz gefunden. Kostenpunkt 2,40 € die erste Stunde, danach 1,50 €. Was eigentlich okay ist, wenn man bedenkt, das Platz hier nur beschränkt zur Verfügung steht, da der See auf der einen Seite liegt und die Berge direkt dahinter. Schlendert man wie einer der 10.000 Tagestouristen durch den Ort, wird überall mit Motiven von Zitronen und Limoncello geworben, obwohl das Städtchen nun rein gar nichts mit der Zitrusfrucht zu tun hat und sich eher von Limes / Grenze ableitet. Im Grunde eine totale Touristenverarsche. Aber schön ist Örtchen dennoch. Nach einem Glas Weißwein in der Bar Gemma ging es zurück zum Stellplatz. Der Wind hatte einige Wäschestücke von der improvisierten Leine gefegt und wir mussten unseren Stellplatz wieder freiräumen, um den Nugget wieder einzuparken. Ein “Feierabendbier” getrunken, den Hunden lecker Leben und Nudeln gekocht. Dann wollten wir zu Fuß ins 1 Kilometer entfernte Restaurant. Die Einrichtung typisch für Italien. Es gab als Vorspeise Carpaccio vom heimischen Rind, Strangolapreti und als Hauptgericht eine riesige Holzhofenpizza sowie Carne Salada. Sehr schmackofatzig. Also wenn ihr mal in Arco seit, besucht das Bacco d’oro. Am nächsten Morgen nur Regen und wir hatten die Wahl, entweder in Richtung Kufstein aufzubrechen, oder sommerliches Wetter suchen. Wir entschieden uns in Italien zu bleiben und bei Gelegenheit vom Norden des Gardasees in Richtung Süden zu fahren.

Sirmione
Den kompletten Tag sollte es regnen. Zweifelten schon, ob die Entscheidung richtig war. Durch bekannte Weinbaugebiete wie Bardolino und Valpolicella fuhren wir im Regen. Auf einmal hörten die Wischblätter auf zu arbeiten, da es für eine ganz kurze Zeit es nicht mehr regnete. Wir freuten uns – aber zu früh. Keine Stunde später und der Regen setzte wieder ein. So erreichten wir auch den Stellplatz etwas außerhalb von Sirmione. Langsam fuhren wir auf den Platz, der sich auf dem Gelände einer Gärtnerei befindet, drehten eine Runde und wollten schon nächsten Supermarkt fahren, als uns der Inhaber entgegenkam und zeigte wo wir stehen konnten. Von den 15 Plätzen waren nur wenige belegt. Mit Schirm und Gummistiefel ging Susanne zum nächsten Supermarkt und brachte ein 5 Liter Bierfass mit. Gegen Abend ließ der Regen dann noch einmal nach und wir drehten mit Mops und Bully eine Mini-Gassirunde.

Am nächsten Tag. Blauer Himmel keine Wolke. Sonne. Frühstücken unter dem Sonnensegel. Dösen. Gegen 16.00 Uhr bei 25 Grad nach Sirmione aufgebrochen. Ein Parkplatz direkt unter einem Baum an den Ufer des Gardasees gefunden. Es wehte ein kühler Wind und wir orientierten uns in Richtung Stadtkern. Zuerst suchten wir noch eine Badestelle für die Hunde, zum Abkühlen. Der Ort war von Touristen gut gefüllt. Eine Brücke führt ins historische Zentrum. Die schmale Brücke teilen sich Touristen, Hunde, Radfahrer und Autos. Manchmal ganz schön eng. Irgendwo hatte sich der Mops seine Pfote verletzt und wollte nicht über die Brücke gehen. Zum Glück hörte es schon bald auf zu Bluten und wir konnten die Besichtigung fortsetzen. Am Abend lernten wir das schauspielerische Talent unseres Mops kennen. Humpelnd lief der über den Platz. Möglichst lang hielten wir uns an diesen Abend draußen auf.

Bullenheim – Fränkische Weinstraße

Den verlängerten Tag am Gardasee verbrachten wir schwitzend und nach Schatten suchend. Das Thermometer kletterte auf 27 Grad. Susanne verlangte nach Bewegung und machte sich auf in den nächsten Ort. Gegen Abend kam sich erledigt zurück, brachte leckeres Bier und die Zutaten für das Abendbrot mit. Zwischenzeitlich hatte ich das Geflügel für die Hunde zubereitet. Nur in der Kombüse stehend, trieb es mir den Schweiß auf die Stirn. Gegen 21.00 Uhr bei lauen Wind, aßen wir dann leckere Nudeln und schauten bei einem mittlerweile gekühlten Bier in den Abendhimmel. Zwei Möglichkeiten für eine Zwischenstopp für die Rücktour hatten wir bereits am Frühstücktisch festgelegt. Entweder sollte es ein Winzer oder eine Brauerei werden. Geplant wurde die Abfahrt noch bevor der großen Hitze, denn auch für den kommenden Tag wurde Temperaturen um die 30 Grad vorhergesagt. Tatsächlich schafften wir es um 6.00 Uhr aufzustehen, in Ruhe zu duschen und zu frühstücken. Nur fünf Minuten später als geplant und  wir brachen in Richtung Heimat auf. Diesmal führte der Weg über alle mautpflichtige Autobahnen. Bis 12.00 Uhr war alles in Ordnung. Dann kam die Wärme. Gegen 18.00 Uhr hatten wir die Hitzeschlacht besiegt. Gewonnen hatte der Winzer im kleinen Bullenheim an der der Fränkischen Weinstraße. Angekündigt hatten wir uns telefonisch.

Unser TomTom führte uns im kleinen Dorf ein wenig in die Irre. Das letzte Update liegt jetzt schon gute zwei Jahre zurück. Wie wir später erfuhren, wurden erst kürzlich die Hausnummern komplett geändert. Kein Wunder, dass wir entweder direkt im Weinberg landeten oder in einer der zahlreichen Häckenwirtschaften, die gut gefüllt waren. Eigentlich hätten wir viel früher unser Schlafplatz im Weingut Schmidt erreicht, wenn wir nicht eine so romantische, idyllische norddeutsche Vorstellung von einem Weingut gehabt hätten. Die Winzerei liegt mitten im Ort und besitzt eine Gaststätte, die nur am Wochenende geöffnet hat. Begrüßt wurden wir vom 23jährigen Junior-Chef mit den Worten cool das ihr da seit. Bevor wir auf den endgültigen Schlafplatz einparkten, musste erst ein Gast sein Fahrzeug umparken. Alle Fenster aufgerissen, um etwas Kühle in Jacques zu bekommen, setzend wir uns in die Gastwirschaft bestellten ne ¼ Viertel und was zu Essen. Im Verlauf des Abends entwickelte sich ein sehr interssantes Gespräch über Landwirtschaft und Weinbau. Wirklich viel gelernt. Echt beeindruckt waren wir von Lukas Schmidt. In so jungen Jahren so bodenständig und zielstrebig. Echt respekt. Sehr guter Wein und einen sehr leckeren Rotwein hat das Weingut Schmidt im Angebot. Morgens je eine leckere Flasche vom gestrigen Wein gekauft. Gefrühstückt haben wir in den Weinbergen auf den Parkplatz in den Weinbergen. Das Hinweisschild hatte ich auf der morgendliche Gassirunde entdeckt. Von der Schwüle des vorigen Tages war nicht mehr zu spüren. So zogen dunkle Wolken am Himmel auf. Das Frühstück konnten wir komplett outdoor einnehmen. Dann ging es endgültig in Richtung Norden. Die Fahrt war wieder erwarten total problemlos. Lediglich ein kleiner Stau aufgrund eines schlimmen Unfalls in Höhe von Hannover und dann ein Wolkenbruch in Hamburg verlängert die Fahrtzeit etwas. Daheim wartet ein leckeres Abendbrot in Form einer Pizza und ein nicht mehr kühlender Kühlschrank.
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Stellplatzübersicht

  1. Camping Temel,Puchen 137, 8992 Altaussee, Österreich
    GPS – N 47°37’43,446″   O 13°46’27,639″
  2. Peterbaurnhof, Lasa 50, 5572 St. Andrä im Lungau, Österreich
  3. Camping Seiser Alm,Dolomitenweg 10, 9050 Völs am Schlern, Italien
  4. Camping St. Josef Kalterer See, St. Josef 75, 39052 St. Josef am See, Italien
    GPS: 46° 22′ 21″ N    11° 15′ 8″ E
  5. Sonnencamping Stubai, Landesstraße 111b, 6165 Telfes im Stubaital, Österreich
  6. Ab&c Arco bed and camping,Via della Croseta, 22, 38062 Arco, Italien
  7.  Garda AgriCamper Via Agello 174, Desenzano del Garda, Italien

Landvergnügen

  1. Aufsesseer Braurei, Aufsess
  2. Seppenbauer, Bernau
  3. Weingut Schmidt, Bullenheim

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